Free Rainer – „Think!“
Was, frage ich mich, muss noch passieren, damit Deutschland endlich aufwacht?
Gestern haben wir in der Black Box in Düsseldorf „Free Rainer“ gesehen. Hans Weingartner, der Regisseur des Films, ist vor allem durch seinen Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ bekannt.
Der TV-Produzent Rainer ist einer der Macher des “Unterschichten-Fernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte. Die Shows erinnern doch sehr an bekannte Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder die Dschungelshow. Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
Mit “Free Rainer” wird mit dem Fernsehen nur der Platzhirsch in unserer Medienlandschaft aufgegriffen, doch zeigt dies beispielhaft das Problem der gesamten Medienkultur: die Diktatur der Zahl. Allerdings ist es nicht nur das Fernsehen, das von Quoten bestimmt wird, sondern auch das Radio, das Internet (Klickrate für Werbeeinblendungen) und die Printmedien (z.B. Auflagen der Zeitungen). Also unser ganzes Leben!
Mit „Free Rainer“ ruft Regisseur Hans Weingartner zum Nachdenken auf, nämlich darüber was wir konsumieren und was wir überhaupt konsumieren können. „Man zeigt den Leuten einfach so lange Dreck, bis sie nur noch Dreck sehen wollen“ sagt Rainer im Film. Hans Weingärtner ist pessimistisch: „Ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, dass die Boulevardisierung der Massenmedien noch gestoppt werden kann“, doch bei der Vorstellung des Filmes bei einem Filmfestival in Toronto hält er seinen Zuschauern ein Pappschild entgegen, auf dem steht: „Think!“
Eigentlich endet der Artikel hier, doch ich möchte auf jedem Fall auf einen Artikel im Tagesspiegel verweisen muss. Darin äußert sich Regisseur Hans Weingärtner über die Unterschiede seiner beiden Filme „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Free Rainer“, über das Fernsehen (auch die öffentlich-rechtlichen Sender ) und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, und seine Erfahrung mit dem SWR.
Einen weiteren Beitrag zum Thema habe ich jetzt auf polylog.tv gefunden:
NO, Nokia – so nicht!
Wir brauchen Deine Unterstützung!
NOKIA plant die Stilllegung des Werkes in Bochum. Davon sind rund
2.300 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter und weitere 1.000 Leiharbeiter direkt betroffen.
Wir wollen uns dagegen wehren und dem Unternehmen klar machen, dass die Gesellschaft ein solches Vorgehen nicht akzeptiert. Unser Ziel ist, dass das Unternehmen seine Entscheidung zurücknimmt. Menschen sind nicht zuletzt Verbraucher, die täglich neu entscheiden, welche Produkte sie kaufen. Daran sollte auch Nokia denken.
Die Zeit ist reif, sich dagegen zu wehren. Die Menschen in diesem Land akzeptieren ein so marktradikales Vorgehen nicht länger. Sie wollen nicht Marktwirtschaft pur, sondern soziale Marktwirtschaft. Diese Menschen brauchen ein Forum für ihre Stimme.
Deshalb organisieren wir den Widerstand gegen den Plan der Unternehmensleitung.
Auf unserer Internetseite www.nrwspd.de/nonokia sammeln wir Unterstützer und Stellungnahmen.
Bitte trage Dich dort unbedingt ein und unterstütze den Widerstand gegen die Schließung!
Vielen Dank
Michael Groschek
Generalsekretär der NRWSPD
Berlin am Meer
Kritik zum Film auf engelszunge.info:
Twentysomethings in der Hauptstadt: Zwischen Döner und Electro erzählt Regisseur Wolfgang Eißler von Liebe, Ängsten und Lebenslust.
Tom (Robert Stadlober, „Crazy“) ist DJ und wohnt mit seinen Kumpels in einer WG, die dem dopeverqualmten Spaß frönt. Doch den jungen Grübler treibt es voran: Tom träumt von der Musikhochschule. Als er sich dann noch in die hübsche Mavie verliebt, heißt es dann endgültig: Spaß oder Liebe? Eißler bewegt sich leichthändig zwischen Lebensfreude und Zukunftsängsten seiner Figuren. Nur schade, dass er der glaubwürdig eingefangenen Lebensfreude gegen Ende haarsträubend tragische Wendungen verpassen muss. Ein Phänomen, das sich mittlerweile fast alle deutschen Coming-of-Age-Komödien zwanghaft aufgebürgt haben – vielleicht, um sich reflektiert zu geben. Alles kommt also etwas dick, aber ansonsten ist das ein Berlin-Film, der, ergänzt von netten, optischen Spielereien erfrischend von der jungen Sicht auf die Welt erzählt.
(Hartmut Ernst)
wuppertaler-sp.de jetzt online

Die Homepage des Wuppertaler Schülerparlamentes ist ab sofort unter http://wuppertaler-sp.de/ erreichbar.
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