Archive for Januar, 2009

Deutsch is beautiful

Januar 27th, 2009

BLACK is beautiful ist eine Imagekampagne der Jungen Union. Fragt sich nur warum ich über eine Imagekampagne der JU schreibe. Ich kannte die Kampagne zwar, doch über der Hinweis auf die Homepage kam über das Account der Jungen Union bei Twitter. Die Kampagne sei „zeitgemäß“ und wird mit „BLACK IS BACK“ beworben. Im Menü von black-is-beautiful.de ist voll mit englischen Begriffen: „Action“, „Wear“, „Black Goes Beach“ und „for free“.

Im vergangenem Dezember sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Union und CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär der Zeitung Die Welt: „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die deutsche Sprache einen besonderen Schutz durch das Grundgesetz erfährt. Wir kämpfen auch auf europäischer Ebene für eine stärkere Berücksichtigung des Deutschen, und da ist es ein erster, wichtiger Schritt, zunächst im eigenen Land die Legitimation der deutschen Sprache zu stärken.

Ich würde mir wünschen, wenn die Junge Union doch erstmal bei sich selbst anfangen würde. Wie das Durchführen einer Imagekampagne mit dem Titel „BLACK is beautiful“ und die Forderung nach Schutz der deutschen Sprache durch das Grundgesetz zusammenpasst, muss mir die Junge Union erst einmal erklären.

Übrigens, wer bei black-is-beautiful.de auf „for free“ klickt, bekommt das Logo der Kampagne, Banner sowie einen „exlusiven Bilschirmhintergrund“ (Achtung: deutsche Sprache!) der 26-jährigen Klara, dem „BLACK-Model“ (war dann doch genug Deutsch). Hoffentlich war alles nur ein Traum!

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Gesine Schwan bei der IHK in Wuppertal

Januar 23rd, 2009

Gesine Schwan beim Neujahresempfang der IHK in Wuppertal

Eine ungewöhnliche Zusammenkunft war das am Mittwoch in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid hatte zum Neujahresempfang geladen, und die Festrede hielt die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan.

Ungewöhnlich schon, aber ebenso interessant. Über 1.000 Gäste kamen, ein Besucherrekord wurde verzeichnet. Es gibt großes Interesse an der SPD und ihrer Kandidatin, auch auf Seiten der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Die wichtigsten Begriffe, von denen Gesine Schwan spricht, sind Vertrauen und Hoffnung. Sie betonte die Bedeutung der Hoffnung, von der auch US-Präsident Obama in seiner Antrittsrede gesprochen hat. Die Krise sei gemeinsam zu meistern, jeder einzelne sei verantwortlich. Sie betont die Freiheit, verwies aber auch auf die notwendige Solidarität. Diese setze Vertrauen voraus, das offensichtlich in die Politik und Wirtschaft verloren gegangen sei. “Vertrauen erwächst aus persönlichem Verhalten.” Es müsse “verlässlich, wahrhaftig, gerecht und kompetent” sein. Die „linke Schwan“ wünscht sich wieder mehr Unternehmertum und zeigt, dass sie „etwas von Wirtschaft versteht“.

Auch IHK-Präsident Friedhelm Sträter mahnt in seiner Begrüßung, „die Spielregeln der sozialen Marktwirtschaft“ stärker zu beachten. Gleichzeitig kritisiert er das Streben nach „Riesen-Renditen“. Sträter und Schwan sind näher als gedacht.

Der Remscheider General-Anzeiger lobte Gesine Schwan: „Als Festrednerin bewies sie, warum ihre Karriere als Politikwissenschaftlerin sie unter anderem auf den Präsidentenstuhl der Europa-Universität “Viadrina” in Frankfurt/Oder und in die Funktion der Regierungs-Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit gebracht hat.“

Interessant ist das Verhalten der CDU vor dem Jahresempfang. Mehrere Vertreter, darunter auch einige Landtagsabgeordnete, bleiben der Veranstaltung aus Protest fern. Der Wuppertaler CDU-Ratsfraktionschef Bernhard Simon verließ während der Rede den Saal. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung geht die CDU aus dem Weg. Das ist schade, muss aber so akzeptiert werden. Peinlich wird es jedoch, wenn eine demokratische Bewerberin boykottiert wird, nur weil sie gegen den Amtsinhaber antritt. Für eine demokratische Partei ist dies ein ziemliches Armutszeugnis, man kommt sich vor wie im Kindergarten. “Es entspricht dem Demokratieverständnis unserer IHK, sich mehrere - auch andere - Meinungen anzuhören“ sagte Sträter dazu in seiner Begrüßung.

Dass es auch anders geht, zeigt Fabian Magerl, Geschäftsführer der Wuppertaler CDU-Ratsfraktion. Er plant ein Buch mit dem Titel “Einsatz für die Demokratie” in dem sich rund 20 Politiker äußern. Magerl hat vor kurzem Gesine Schwan um einen Gastbeitrag gebeten und bekommt diesen auch.

Zum Verhalten der CDU

Host Westkämper, CDU-Landtagsabgeordneter aus Solinger, begründete seine Absage mit den Worten: “Frau Schwan ist bereit, sich mit den Stimmen der Linkspartei wählen zu lassen. Das sind für mich Extremisten.” Die Frage, ob Horst Köhler sich auch mit den Stimmen der Rechten wählen lassen will, ist jedoch weiterhin offen. Jeder Aussage dazu geht der Amtsinhaber auch aus dem Weg.

Gerade in Solingen allerdings hat das Fernbleiben der CDU-Politiker wohl aber andere Gründe: Sie muss nach einer parteiinternen Abstimungsniederlage ihres Parteichefs bei der Kandidatur um einen Bundestagwahlkreis von der eigenen Zerrissenheit ablenken.

Vielleicht zeigen die Reaktionen aber auch das schlechte Verhältnis zwischen IHK und CDU. Die IHK wirbt für eine bergische Großstadt, die CDU in Remscheid verhindert hingegen jede Kooperation der drei Städte. Der SPD-Oberbürgermeisterin Beate Wilding soll kein Erfolg gegönnt werden.

Deutliche Kritik übte Sträter an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Dieser müsse den bergischen Kommunen dazu zu verhelfen, ihre Projekte überhaupt finanzieren zu können. Diese Zusage müsse gehalten werden. Dafür bekommt er viel Applaus. Auch das CSU-geführte Bundesministerium für Wirtschaft bekommt einen Seitenhieb. Dieses sollte im Rahmen des Empfanges das Konjunkturpaket der Bundesregierung vorstellen. Die Antwort auf eine Anfrage lautete: „Man wolle nicht die berechtigten Erwartungen der teilnehmenden Unternehmen enttäuschen.“ Dies sei eine „klare Ansage“, so Sträter.

Fazit: Es gibt tiefe Gräben zwischen IHK und CDU, die CDU hat beim Demokratieverständnis einiges aufzuholen und die SPD wird auch bei Unternehmerinnen und Unternehmer wieder interessanter.

Weitere Informationen:
- Homepage von Gesine Schwan
- Gesine Schwan bei Facebook
- Video der Westdeutschen Zeitung

Dieser Artikel erscheint in gekürzter Version auch bei vorwaerts.de wie beim Wupperblog.

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Stöckchen: Wir twittern uns einen

Januar 20th, 2009

Bereits vor längerer Zeit hat mir Marcus vom Wupperblog ein Stöckchen zugeworfen. Es geht um Twitter, ein so genannter Microblogging-Dienst. Die Idee dieses Dienstes ist die Frage “What are you doing?”. Eigentlich ist Twitter aber mehr, es bietet sich für alles an, was in sich 140 Zeichen ausdrücken lässt. Über die Bedeutung von Twitter werde ich jedoch später etwas schreiben.

1. Wie lautet Dein twitter-Name?
Ganz einfach, andreashelsper. So heiße ich, so heiße ich bei Facebook und StudiVZ, und so lautet auch der Titel meiner Website. Logischerweise also auch bei Twitter andreashelsper.

2. Seit wann twitterst Du?
Puh, schwere Frage. Ich weiß es so genau gar nicht, aber es muss der letzte Sommer gewesen sein. Vermutlich Juli.

3. Wieviele Tweets hast Du seit dem versendet?
Bis jetzt (20. Januar 2009, 10.03 Uhr) sind es genau 426 Updates.

4. Wie häufig twitterst Du am Tag / Woche / Monat?
Das kann so genau nicht gesagt werden. Mein letztes Update beispielsweise von Sonntag, manchmal sind es aber auch einige Updates pro Tag. In der Regel ist jedoch jeden Tag ein Update drin.

Update: Habe gerade Robert einen Gute Morgen gewünscht.

5. Welches twitter-Tool nutzt Du?
In der Regel die Web-Eingabe auf Twitter.com, manchmal aber auch TwitterFox.

6. Wievielen Personen followst Du?
Ich followe 248 Personen.

7. Wieviele davon kennst Du auch persönlich?
Das weiß ich gar nicht so genau. Ich schätze zehn bis 20.

8. Wieviele Personen followen Dir?
Jetzt gerade followen mir 161 Personen.

9. Aus welchen Gründen folgst Du?
Das ist unterschiedlich. Ich followe Personen, die mich followen. Natürlich nur, wenn es sich dabei nicht um Spam oder Werbung handelt. Dann Wuppertalerinnen und Wuppertaler, denn es ist interessant was andere in der Stadt machen und denken (und ob in Ronsdorf Schnee liegt). Natürlich auch Freunde, die ich persönlich kenne. Ebenfalls folge ich politischen Personen, beziehungsweise politisch genutzte Accounts. Außerdem sind informative Accounts zu nennen, beispielsweise die Updates von DerWesten oder der taz. Und, Last but not least: Privatbrauerei Moritz Fiege.

10. Nutzt Du neben twitter auch noch andere Dienste?
Im Bereich Microblogging nur Twitter. Ansonsten habe ich Accounts bei Facebook, Xing und StudiVZ, obwohl nur Facebook wirklich richtig genutzt wird.

11. Was bedeutet für Dich twittern?
Freunde und Bekannte verfolgen, und sehen was sie machen. Weiterhin ist twittern für mich auch das Bekommen von Information.

12. Wie bist Du zum Twittern gekommen?
Bastian erzählte mir davon. Ich habe es angefangen und was anfangs noch skeptisch, aber diese ist inzwischen komplett verflogen.

13. Was machst Du mit fremdsprachigen Followern aus dem Ausland?
Nichts anderes als mit Followern aus dem Inland. Wenn es interessant ist followe ich auch.

Und zum Schluss noch die beiden Thommy-Special-twitter-Fragen:

14. Was ist dein bisheriger Lieblingstweet?
Dieser kommt von muentefering. Allerdings steckt dahinter nicht Franz Mpntefering selbst, sondern ein Mitarbeiter einer Berliner PR-Agentur (siehe ‘muentefering” bei twitter’).

muentefering Die @linkspartei folgt mir. Für eine Partei ohne Programm auch nicht weiter verwunderlich.

15. Empfehle einen Follower!
Ach ne, das kann ja nichts werden. Da gibt es zu viele. Empfehlen möchte ich aber Wupperblog, der mir das Stöckchen zugeworfen hat. Allerdings nicht deshalb, etwa als Dankeschön, sondern weil ich solche Stadtblogs gut finde und solche vielleicht in (leider) so monotonen Presselandschaft wie beispielsweise Wuppertal eine wichtige Funktion übernehmen könnten.

Das Stöckchen möchte ich gerne an zwei Personen weiterwerfen. Zu erst an Markus Trumann, der den Blog Einfach Nachhaltig, einem Marktplatz und Nachrichtendienst für nachhaltigen Lifestyle, betreibt. Ich finde die Idee ziemlich gut, denn viele Produkte, aber auch der Blickpunkt vieler Konsumenten, sind auf kurzfristiges Nutzen fixiert. Außerdem werfe ich das Stöckchen an Christian Soeder mit seinem Blog Subjektivitaeten .

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Relaunch von SPD.de

Januar 16th, 2009

Mit dem Relaunch von SPD.de am Donnerstag hat die Partei ihren Platz als Internetpartei verteidigt und den Vorspruch deutlich ausgebaut. Aber: Es gibt noch einiges zu tun!

Am Donnerstag um 12.53 Uhr war es soweit: Ich lud SPD.de und fand die Homepage bereits im neuem Layout vor. Um 13 Uhr erneut geladen, doch: „This Service is not available“. Nun gut, selbst das beste Kind hat Kinderkrankheiten. Hier wird hoffentlich noch nachgearbeitet. „This Service is not available“ bedeutet aber auch, dass der Server überlastet ist. Zu viele Anfragen, also großes Interesse. Tatsächlich hatte SPD.de innerhalb der ersten 24 Stunden über eine Millionen Besucher.

Dies wurde schon am Mittwoch geweckt, hervorgerufen durch einen Artikel bei focus.de und im Blog von Nico Lumma. Zahlreiche Blogeinträge folgten. Als ich am Mittwoch bei Twitter von dem Relaunch erfahren habe war mein erster Gedanke „Ach ne, nicht schon wieder neue Farben“. Der zweite Gedanke: „Es kann aber eigentlich nur besser werden.“ Nach dem angenehmen Königsblau habe ich mich mit dem Grau nie anfreunden können. Die neuen Töne wirken frisch und modern. Ein guter Auftakt für die anstehenden Wahlkämpfe.

Das neue SPD.de ist aber mehr als nur neue Farben. Es ist deutlich übersichtlicher, die Bilder sind größer und große Icons verweisen auf wichtige Inhalte. Direkt eingebunden ist auch das überaus gelungene Wahlkampfvideo der SaarSPD. Wirklich hervorragend!

News zu Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und zur Europawahl sind in der Mitte der Homepage zu finden, zentral und an der richtigen Stelle. Dort ist auch meineSPD.net verlinkt.

Aha, das Mitmachen also an zentraler Stelle?!

Das Signal ist gut und geht in die richtige Richtung. meineSPD.net bietet Foren zum Diskutieren und einige Missionen. Für den Wahlkampf muss aber auch die konkrete Möglichkeit zum Mitmachen aufgezeigt werden. Hier tut sich meineSPD.net noch etwas schwer. Sicherlich sind hier auch die Gliederungen gefragt, aber auch SPD.de ist hier nicht eine Anlaufstelle, sondern nach dem Überzeugen mit Inhalten muss das Mitmachen folgen. Es gibt noch einiges zu tun.

Wichtig ist aber auch das so genannte Web 2.0. Hubertus Heil, Ralf Stegner und neuerdings auch Thorsten Schäfer-Gümbel twittern bereits erfolgreich. Bei Facebook können Kandidatinnen und Kandidaten wie Frank-Walter Steinmeier oder Thorsten Schäfer-Gümbel unterstützt werden. Es gibt auch schon einige Profile von Politikern, doch Glaubwürdig sind diese nur, wenn sie von den Politikern selbst, und nicht von Mitarbeitern gestaltet werden. Kajo Wasserhoevel macht es vor. StudiVZ und MeinVZ sind hingegen völlig irrelevant. Facebook und Twitter haben hingegen großes Potenzial. Hier kann sich meineSPD.net einiges abgucken, auch eine Verknüpfung zwischen SPD.de, meineSPD.net, social networks und Blog einzelner Genossinnen und Genossen macht Sinn.

Fakt ist: Die SPD hat ihren Platz als DIE Internetpartei verteidigt und den Vorsprung deutlich ausgebaut. Doch die anderen Parteien werden folgen. Potenziale gibt es, und weiterhin heißt es: Anpacken für die SPD als Internetpartei.

(Erschienen am 10. Januar 2009 bei vorwaerts.de/meinung)

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