Berlinale 2009 & “Human Zoo”

Feb 14, 2009   //   by Andreas Helsper   //   Allgemein, Kino / Film, Wirtschaft  //  No Comments

Berlinale 2009 :: Foto von Christiane Necker

Morgen geht die 59. Berlinale, das internationale Filmfestival in Berlin, zu Ende. Doch davor möchte ich unbedingt noch darüber schreiben, schließlich war ich selbst dort. Seitdem ich mich für Film und Kino interessiere war dies mein Wunsch, bei der Eröffnung vor über einer Woche war ich dann endlich dort.

Die Berlinale ist eines weltweit bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche. Mehr als 19.000 Fachbesucher aus 120 Ländern, darunter 4.000 Journalisten, akkreditieren sich jedes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen. Mit über 200.000 verkauften Eintrittskarten ist die Berlinale aber nicht nur Branchentreff, sondern auch weltweit das größte Publikumsfestival. Jährlich werden bis zu 400 Filme in verschiedenen Sektionen gezeigt.

Für den Eröffnungsfilm „The International“ von Tom Tykwer gab es leider keine Karten mehr, eigentlich war das klar. Der Film des Wuppertalers wird außer Konkurrenz gezeigt und ist mit „Der Vorleser“ einer der Festivallieblinge.

Zentrale Sektion der Berlinale ist der Wettbewerb, in ihm werden der Goldene Berliner Bär und die Silbernen Bären verliehen. Die rund 20 Filme – allesamt Welt- oder Internationale Premieren – setzen Akzente und zeigen Tendenzen. Der Wettbewerb präsentiert große Namen ebenso wie Filme von noch unentdeckten Talenten.

Eine weitere Sektion ist das Panorama:

Im Programm des Panorama werden neue Filme renommierter Regisseure und Regisseurinnen neben Debütfilmen und spannenden Neu-Entdeckungen präsentiert. Die Filmauswahl versteht sich als ein Ausblick auf die Tendenzen des Arthouse-Kinos und versucht eine Brücke zu schlagen zwischen künstlerischen Visionen und kommerziellen Interessen.

Das Panorama nutzt die Chance, einem kritischen und leidenschaftlichen Großstadtpublikum Filme vorzustellen, die in einem rein kommerziellen oder weniger aufgeschlossenen Rahmen unterzugehen drohen. Dass damit auch die Filmeinkäufer mehr Mut fassen, sich an Filme mit kontroversen Inhalten oder ungewohnter Ästhetik heranzutrauen, ist ein beabsichtigter Effekt und zum Markenzeichen der Sektion geworden.
Quelle: berlinale.de

Zur Eröffnung von Panorama wurde am 05. Februar der Film „Human Zoo“ der Dänin Rie Rassmusen gezeigt. Die Premiere habe ich mir angesehen. Human Zoo handelt von einer jungen Frau, die die Balkankrise miterlebt und später nach Frankreich flieht. Der Film zeigt die Erlebnisse des Krieges und das Leben im modernen Europa, sowie das Widersprüche die sich hieraus für die auch von Rie Rassmusen gespielte Adria ergeben. Zwischen diesen beiden Lebensabschnitten spingt der Film.

Leider konnte „Human Zoo“ nicht wirklich überzeugen. Der Film war einerseits ziemlich lang gezogen, andererseits ist Rie Rassmusen zwischen den Lebensabschnitten zu oft gesprungen. Auch über die Balkankrise erfährt der Zuschauer / die Zuschauerin leider nur wenig, anders als beispielsweise im Film „Drachenläufe“. Dieser erzählt zugleich die Geschichte der Jungen Amir und Hassan, aber auch die Geschichte von Afgahnistan. Gut gefallen haben mir dagegen die schauspielerischen Leistungen, die Entwicklung von Adria vom Opfer zum Gangster sowie die brillante Abschlussszene, einem mit einer über den Räumen schwebenden Kamera gefilmten Rachefeldzug in einem russischen Zwangsbordell in Frankreich.

Deutsche Filmemacher sowie deutsche Koproduktionen sind in diesem Jahr auf der Berlinale übrigens sehr stark vertreten. Vielversprechend klingt zum Beispiel Maren Ades „Alle Anderen“. Weitere Film sind unter anderem „John Rabe“ und die Fontane-Verfilmung „Effi Briest“ (mit Julia Jentsch in der Hauptrolle). Und eben „The International“, den ich mir gleich ansehen werde.

Foto: Christiane Necker

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