Andreas Helsper

Gesine Schwan bei der IHK in Wuppertal

Gesine Schwan beim Neujahresempfang der IHK in Wuppertal

Eine ungewöhnliche Zusammenkunft war das am Mittwoch in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid hatte zum Neujahresempfang geladen, und die Festrede hielt die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan.

Ungewöhnlich schon, aber ebenso interessant. Über 1.000 Gäste kamen, ein Besucherrekord wurde verzeichnet. Es gibt großes Interesse an der SPD und ihrer Kandidatin, auch auf Seiten der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Die wichtigsten Begriffe, von denen Gesine Schwan spricht, sind Vertrauen und Hoffnung. Sie betonte die Bedeutung der Hoffnung, von der auch US-Präsident Obama in seiner Antrittsrede gesprochen hat. Die Krise sei gemeinsam zu meistern, jeder einzelne sei verantwortlich. Sie betont die Freiheit, verwies aber auch auf die notwendige Solidarität. Diese setze Vertrauen voraus, das offensichtlich in die Politik und Wirtschaft verloren gegangen sei. “Vertrauen erwächst aus persönlichem Verhalten.” Es müsse “verlässlich, wahrhaftig, gerecht und kompetent” sein. Die „linke Schwan“ wünscht sich wieder mehr Unternehmertum und zeigt, dass sie „etwas von Wirtschaft versteht“.

Auch IHK-Präsident Friedhelm Sträter mahnt in seiner Begrüßung, „die Spielregeln der sozialen Marktwirtschaft“ stärker zu beachten. Gleichzeitig kritisiert er das Streben nach „Riesen-Renditen“. Sträter und Schwan sind näher als gedacht.

Der Remscheider General-Anzeiger lobte Gesine Schwan: „Als Festrednerin bewies sie, warum ihre Karriere als Politikwissenschaftlerin sie unter anderem auf den Präsidentenstuhl der Europa-Universität “Viadrina” in Frankfurt/Oder und in die Funktion der Regierungs-Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit gebracht hat.“

Interessant ist das Verhalten der CDU vor dem Jahresempfang. Mehrere Vertreter, darunter auch einige Landtagsabgeordnete, bleiben der Veranstaltung aus Protest fern. Der Wuppertaler CDU-Ratsfraktionschef Bernhard Simon verließ während der Rede den Saal. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung geht die CDU aus dem Weg. Das ist schade, muss aber so akzeptiert werden. Peinlich wird es jedoch, wenn eine demokratische Bewerberin boykottiert wird, nur weil sie gegen den Amtsinhaber antritt. Für eine demokratische Partei ist dies ein ziemliches Armutszeugnis, man kommt sich vor wie im Kindergarten. “Es entspricht dem Demokratieverständnis unserer IHK, sich mehrere – auch andere – Meinungen anzuhören“ sagte Sträter dazu in seiner Begrüßung.

Dass es auch anders geht, zeigt Fabian Magerl, Geschäftsführer der Wuppertaler CDU-Ratsfraktion. Er plant ein Buch mit dem Titel “Einsatz für die Demokratie” in dem sich rund 20 Politiker äußern. Magerl hat vor kurzem Gesine Schwan um einen Gastbeitrag gebeten und bekommt diesen auch.

Zum Verhalten der CDU

Host Westkämper, CDU-Landtagsabgeordneter aus Solinger, begründete seine Absage mit den Worten: “Frau Schwan ist bereit, sich mit den Stimmen der Linkspartei wählen zu lassen. Das sind für mich Extremisten.” Die Frage, ob Horst Köhler sich auch mit den Stimmen der Rechten wählen lassen will, ist jedoch weiterhin offen. Jeder Aussage dazu geht der Amtsinhaber auch aus dem Weg.

Gerade in Solingen allerdings hat das Fernbleiben der CDU-Politiker wohl aber andere Gründe: Sie muss nach einer parteiinternen Abstimungsniederlage ihres Parteichefs bei der Kandidatur um einen Bundestagwahlkreis von der eigenen Zerrissenheit ablenken.

Vielleicht zeigen die Reaktionen aber auch das schlechte Verhältnis zwischen IHK und CDU. Die IHK wirbt für eine bergische Großstadt, die CDU in Remscheid verhindert hingegen jede Kooperation der drei Städte. Der SPD-Oberbürgermeisterin Beate Wilding soll kein Erfolg gegönnt werden.

Deutliche Kritik übte Sträter an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Dieser müsse den bergischen Kommunen dazu zu verhelfen, ihre Projekte überhaupt finanzieren zu können. Diese Zusage müsse gehalten werden. Dafür bekommt er viel Applaus. Auch das CSU-geführte Bundesministerium für Wirtschaft bekommt einen Seitenhieb. Dieses sollte im Rahmen des Empfanges das Konjunkturpaket der Bundesregierung vorstellen. Die Antwort auf eine Anfrage lautete: „Man wolle nicht die berechtigten Erwartungen der teilnehmenden Unternehmen enttäuschen.“ Dies sei eine „klare Ansage“, so Sträter.

Fazit: Es gibt tiefe Gräben zwischen IHK und CDU, die CDU hat beim Demokratieverständnis einiges aufzuholen und die SPD wird auch bei Unternehmerinnen und Unternehmer wieder interessanter.

Weitere Informationen:
- Homepage von Gesine Schwan
- Gesine Schwan bei Facebook
- Video der Westdeutschen Zeitung

Dieser Artikel erscheint in gekürzter Version auch bei vorwaerts.de wie beim Wupperblog.

Relaunch von SPD.de

Mit dem Relaunch von SPD.de am Donnerstag hat die Partei ihren Platz als Internetpartei verteidigt und den Vorspruch deutlich ausgebaut. Aber: Es gibt noch einiges zu tun!

Am Donnerstag um 12.53 Uhr war es soweit: Ich lud SPD.de und fand die Homepage bereits im neuem Layout vor. Um 13 Uhr erneut geladen, doch: „This Service is not available“. Nun gut, selbst das beste Kind hat Kinderkrankheiten. Hier wird hoffentlich noch nachgearbeitet. „This Service is not available“ bedeutet aber auch, dass der Server überlastet ist. Zu viele Anfragen, also großes Interesse. Tatsächlich hatte SPD.de innerhalb der ersten 24 Stunden über eine Millionen Besucher.

Dies wurde schon am Mittwoch geweckt, hervorgerufen durch einen Artikel bei focus.de und im Blog von Nico Lumma. Zahlreiche Blogeinträge folgten. Als ich am Mittwoch bei Twitter von dem Relaunch erfahren habe war mein erster Gedanke „Ach ne, nicht schon wieder neue Farben“. Der zweite Gedanke: „Es kann aber eigentlich nur besser werden.“ Nach dem angenehmen Königsblau habe ich mich mit dem Grau nie anfreunden können. Die neuen Töne wirken frisch und modern. Ein guter Auftakt für die anstehenden Wahlkämpfe.

Das neue SPD.de ist aber mehr als nur neue Farben. Es ist deutlich übersichtlicher, die Bilder sind größer und große Icons verweisen auf wichtige Inhalte. Direkt eingebunden ist auch das überaus gelungene Wahlkampfvideo der SaarSPD. Wirklich hervorragend!

News zu Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und zur Europawahl sind in der Mitte der Homepage zu finden, zentral und an der richtigen Stelle. Dort ist auch meineSPD.net verlinkt.

Aha, das Mitmachen also an zentraler Stelle?!

Das Signal ist gut und geht in die richtige Richtung. meineSPD.net bietet Foren zum Diskutieren und einige Missionen. Für den Wahlkampf muss aber auch die konkrete Möglichkeit zum Mitmachen aufgezeigt werden. Hier tut sich meineSPD.net noch etwas schwer. Sicherlich sind hier auch die Gliederungen gefragt, aber auch SPD.de ist hier nicht eine Anlaufstelle, sondern nach dem Überzeugen mit Inhalten muss das Mitmachen folgen. Es gibt noch einiges zu tun.

Wichtig ist aber auch das so genannte Web 2.0. Hubertus Heil, Ralf Stegner und neuerdings auch Thorsten Schäfer-Gümbel twittern bereits erfolgreich. Bei Facebook können Kandidatinnen und Kandidaten wie Frank-Walter Steinmeier oder Thorsten Schäfer-Gümbel unterstützt werden. Es gibt auch schon einige Profile von Politikern, doch Glaubwürdig sind diese nur, wenn sie von den Politikern selbst, und nicht von Mitarbeitern gestaltet werden. Kajo Wasserhoevel macht es vor. StudiVZ und MeinVZ sind hingegen völlig irrelevant. Facebook und Twitter haben hingegen großes Potenzial. Hier kann sich meineSPD.net einiges abgucken, auch eine Verknüpfung zwischen SPD.de, meineSPD.net, social networks und Blog einzelner Genossinnen und Genossen macht Sinn.

Fakt ist: Die SPD hat ihren Platz als DIE Internetpartei verteidigt und den Vorsprung deutlich ausgebaut. Doch die anderen Parteien werden folgen. Potenziale gibt es, und weiterhin heißt es: Anpacken für die SPD als Internetpartei.

(Erschienen am 10. Januar 2009 bei vorwaerts.de/meinung)

Europadelegiertenkonferenz 6

Die Europadelegiertenkonferenz ist zwar schon zwei Tage vorbei, aber ich muss doch noch darüber schreiben. Nur ein kurzer Beitrag allerdings.

Die Rede von Frank-Walter Steinmeier ist online zum Nachlesen verfügbar. Außerdem ist die Rede von Martin Schulz ist bei SPD:vision zu finden. Außerdem habe ich sie hier gepostet.

Leider stellt der Parteivorstand in Berlin die beiden Reden nicht als Podcast zur Verfügung, das würde ich mir noch wünschen.

Inzwischen wurden zur Vernetzung der Jungen Teams Europa bei StudiVZ und facebook Gruppen gegründet.

In meinem Fotoalbum habe ich einige weitere Bilder hinzugefügt.

Europadelegiertenkonferenz 4

Wow, super! Martin Schulz hat eine sehr gute Rede gehalten. Diese wird bestimmt auch bei SPD:vision zu finden sein, für alle die heute nicht dabei sein können, aber auch für alle die es einfach noch einmal hören wollen. Wiigcht

Ein wichtiges Thema war der Rechtsextremismus. Auch in Europa gibt es noch solche Parteien, der Kampf gegen dieses Gedankengut muss vorangetrieben werden. Aber auch der Überschrift “Soziales Europa” wurde Schulz gerecht. So wurde beispielsweise ein europäischer Mindestlohn gefordert. Mehr Inhalte gibt es aber in der rede bei Youtube.

Ich bin vorhin und heute morgen schon etwas durch die Halle(n) gelaufen und habe einige Fotos gemacht:

Außerdem gibt es Bilder im Album der SPD bei flickr.

Europadelegiertenkonferenz 3

Herzlich Wilkommen aus dem Estrel in Berlin. Heute findet hier die Europadelegiertenkonferenz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) statt. Heute werden die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlen zum Euroäischen Partament gewählt. Außerdem wird, und das finde ich mindestens ebenso wichtig, das SPD-Europawahlmanifest beschlossen. Es stehen Reden von Martin Schulz, Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier an. Die Tagesordnung ist übrigens bei SPD.de zu finden. Vor wenigen Minuten hat Franz Müntefering die Konferenz eröffnet.

Gerade komme ich aus einem Gespräch mit Andre Nahles, die sich extra für die Jusos Zeit genommen hat. Andrea berichtete von den grundsätzlichen Problemen mit Europa, Erfolge der europäischen Politik würden als deutsche Initiativen verkauft und Negatives einfach auf die EU abgeschoben. Das müsse sich ändern. Stimmt!

Neben mir sitzt das Team vom Parteivorstand und bloggt auch, unter meinespd.net.

Artikel hier sind immer etwas länger, und das dauert. Deshalb gibt es Eindrücke auch in 140 Zeichen, nämlich unter twitter.com/andreashelsper.

Europadelegiertenkonferenz 1

So, erster Eintrag zur Europadelegiertenkonferenz der SPD in Berlin. Aber die ist erst am Montag. Aber bereits jetzt haben die Jusos zum „Kick-Off“ ins Willy-Brandt-Haus geladen, um den Wahlkampf vorzubereiten.

Also schreibe ich schon jetzt. Aber worüber? Über die Zugfahrt? Sie war okay. Über Weihnachtsmärkte (bzw. den am Potsdamer Platz)? Nein, zu langweilig. Über meine Suche nach einer Bank? Habe eine gefunden, aber wen interessiert das?

Ich könnte etwas über den Grund schreiben, warum ich überhaupt in Berlin bin. Am Montag werden bei der Europadelegiertenkonferenz die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD für die Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni 2009 gewählt, und es wird das SPD-Europawahlmanifest verabschiedet. Bei SPD.de gibt es weitere Informationen zur Europadelegiertenkonferenz, außerdem gibt es den Entwurf für das Wahlmanifest.

Eigentlich müsste jetzt, traditionell, noch über die überaus große Bedeutung von Europa geschrieben werden. Aber ganz ehrlich: Warum? Jeder weiß es doch! Schengener Abkommen und der Euro, nur zwei Beispiele. Gemeinsames Handeln in der Finanzkrise und als Friedensmacht sind weitere. Soll darüber tatsächlich wieder geschrieben werden? Besser nicht! Nicht schon wieder!

Viel spannender ist aber doch: Welche Positionen stehen bei den Wahlen zum Europäischen Parlament? Welche Visionen und Ziele haben die Parteien? Diese Fragen will ich an dieser Stelle offen lassen, ich freue mich auf das Abendessen mit Martin Schulz morgen sowie die Reden von Frank-Walter Steinmeier, Franz Müntefering und Martin Schulz am Montag.

Arbeiten dürfen – Moderne Sklavenarbeit

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Gefunden bei / Kopiert von: law-blog.de

Ich bin eingebürgert…

Ich habe den Test bestanden, und zwar mit 33 richtigen Antworten von 33 Fragen. Den Test kann jeder unter tagesschau.de selbst machen.

Greenwashing – Konzerne machen jetzt auf Öko

Ich bin nur zufällig auf dieses Video gestoßen, doch es ist sehr interessant. Greenwashing ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image zu verleihen. Da das Thema Umweltfreundlichkeit ziemlich in Mode ist, ist auch Greenwashing angesagt. Dies hat beispielsweise der Konzern Vattenfall versucht, wie im Video auch gezeigt wird. Wer Greenwashing für sich nutzen will findet im Süddeutsche Zeitung Magazin eine Anleitung zur Grünfärberei in fünf Schritten.


Polylog greenwashing @ www.polylog.tv/videothek

NO, Nokia – so nicht!

NO, Nokia – so nicht!

NO, Nokia – so nicht!
Wir brauchen Deine Unterstützung!

NOKIA plant die Stilllegung des Werkes in Bochum. Davon sind rund
2.300 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter und weitere 1.000 Leiharbeiter direkt betroffen.
Wir wollen uns dagegen wehren und dem Unternehmen klar machen, dass die Gesellschaft ein solches Vorgehen nicht akzeptiert. Unser Ziel ist, dass das Unternehmen seine Entscheidung zurücknimmt. Menschen sind nicht zuletzt Verbraucher, die täglich neu entscheiden, welche Produkte sie kaufen. Daran sollte auch Nokia denken.

Die Zeit ist reif, sich dagegen zu wehren. Die Menschen in diesem Land akzeptieren ein so marktradikales Vorgehen nicht länger. Sie wollen nicht Marktwirtschaft pur, sondern soziale Marktwirtschaft. Diese Menschen brauchen ein Forum für ihre Stimme.

Deshalb organisieren wir den Widerstand gegen den Plan der Unternehmensleitung.
Auf unserer Internetseite www.nrwspd.de/nonokia sammeln wir Unterstützer und Stellungnahmen.

Bitte trage Dich dort unbedingt ein und unterstütze den Widerstand gegen die Schließung!

Vielen Dank

Michael Groschek
Generalsekretär der NRWSPD