Free Rainer – „Think!“
20. Januar 2008
Was, frage ich mich, muss noch passieren, damit Deutschland endlich aufwacht?
Was, frage ich mich, muss noch passieren, damit Deutschland endlich aufwacht?
Gestern haben wir in der Black Box in Düsseldorf „Free Rainer“ gesehen. Hans Weingartner, der Regisseur des Films, ist vor allem durch seinen Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ bekannt.
Der TV-Produzent Rainer ist einer der Macher des “Unterschichten-Fernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte. Die Shows erinnern doch sehr an bekannte Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder die Dschungelshow. Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
Mit “Free Rainer” wird mit dem Fernsehen nur der Platzhirsch in unserer Medienlandschaft aufgegriffen, doch zeigt dies beispielhaft das Problem der gesamten Medienkultur: die Diktatur der Zahl. Allerdings ist es nicht nur das Fernsehen, das von Quoten bestimmt wird, sondern auch das Radio, das Internet (Klickrate für Werbeeinblendungen) und die Printmedien (z.B. Auflagen der Zeitungen). Also unser ganzes Leben!
Mit „Free Rainer“ ruft Regisseur Hans Weingartner zum Nachdenken auf, nämlich darüber was wir konsumieren und was wir überhaupt konsumieren können. „Man zeigt den Leuten einfach so lange Dreck, bis sie nur noch Dreck sehen wollen“ sagt Rainer im Film. Hans Weingärtner ist pessimistisch: „Ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, dass die Boulevardisierung der Massenmedien noch gestoppt werden kann“, doch bei der Vorstellung des Filmes bei einem Filmfestival in Toronto hält er seinen Zuschauern ein Pappschild entgegen, auf dem steht: „Think!“
Eigentlich endet der Artikel hier, doch ich möchte auf jedem Fall auf einen Artikel im Tagesspiegel verweisen muss. Darin äußert sich Regisseur Hans Weingärtner über die Unterschiede seiner beiden Filme „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Free Rainer“, über das Fernsehen (auch die öffentlich-rechtlichen Sender ) und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, und seine Erfahrung mit dem SWR.
Einen weiteren Beitrag zum Thema habe ich jetzt auf polylog.tv gefunden:
Tags: Film, Kino / Film, Medien
Posted in Allgemein, Kino / Film | Kommentare: (3)


20. Januar 2008 um 20:11 Uhr
Ein gelungener Kommentar, zu einem gelungenem Film. Ich kann mich Andres nur anschließen und jedem anderen empfehlen, diesen Film anzuschauen. Denn wir sollten uns Fragen in wie fern ist das schon Realität.
20. Januar 2008 um 22:04 Uhr
Hey Andi.. ich denke der Film war echt ne gute Wahl! Sorry, das ich nicht mitgekommen bin. Ich hoffe der Film kann wirklich etwas in der Gesellschaft ändern. Es ist schon fast traurig, wie krank machen Leute sind und was sie alles anstellen…
3. Februar 2008 um 21:24 Uhr
Hallo Andi,
tut mir auch leid, dass ich nicht kommen konnte. Wenn ich wieder etwas mehr Zeit haben, müssen wir die Horde einfach mal zusammentrommeln und wieder zusammen losziehen.
Wir sehen uns.