Browsing articles tagged with " Berlin"

Dani Levy dreht „Das Leben ist zu lang“

Sep 21, 2009   //   by Andreas Helsper   //   Kino / Film  //  3 Comments

Das ist mal eine schöne Nachricht: Heute ist der erste Drehtag für „Das Leben ist zu lang“, der neue Film von Dani Levy.

Dani Levy war Schauspieler und Regisseur und gründete 1994 gemeinsam mit Stefan Arndt, Wolfgang Becker und Tom Tykwer die Produktionsfirma X Filme Creative Pool, die seit 2000 auch Filme vertreibt. Ein Blick in die Filmdatenbank lohnt sich.

Bekannt ist Dani Levy vor allem aber durch seine Komödien „Alles auf Zucker!“, einer jüdischen Familienkomöde, und „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“. Vor allem letzterer machte ihn bekannt, schließlich war der Film, in dem Helge Schneider Adolf Hitler spielt, höchst umumstritten. Verständlich, aber nicht begründet. Beide Filme sind absolut gelungen.

Deshalb freue ich mich auf den neuen Film, der ab heute in Berlin und Italien gedreht wird. Auch in diesem Film geht es wieder um die Suche nach dem oft so schwer zu findenden Familienglück. Seine Kulisse diesmal: Die Film- und Fernsehbranche. In der offiziellen Beschreibung heißt es: „Der krisengeschüttelte, jüdische Filmregisseur Alfi Seliger treibt durch das Chaos seines Lebens als Künstler, Familienvater und Sohn einer exzentrischen Mutter. Sein eskalierendes Desaster inmitten der deutschen Filmszene erreicht mit einem theatralisch-hilflosen Selbstmordversuch seinen Höhepunkt. Alfi überlebt – doch er erwacht nur scheinbar in seinem alten Leben…“

Die Darstellerliste ist interessant. Als ich Yvonne Catterfeld habe ich mich zuerst erschrocken, bei Kurt Krömer musste ich lachen. Was für eine Mischung! Die Hauptrolle spielt Markus Hering, festes Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater und mehrfacher Preisträger, unter anderem als Bester Bühnendarsteller. Das scheint gut zu werden. Außerdem sind Meret Becker, Veronica Ferres, Udo Kier, Elke Sommer, Heino Ferch, Steffen Groth und Justus von Dohnanyi dabei.

Übrigens auch interessant: Die Finanzierung wurde maßgeblich unterstützt durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA – Filmförderungsanstalt, den Deutschen Filmförderfonds und durch Mittel aus Erfolgsdarlehen des FilmFernsehFonds Bayern. Produziert wird der Film (natürlich) von X Filme Creative Pool und vom X Verleih in die deutschen Kinos gebracht.

Berlinale 2009 & “Human Zoo”

Feb 14, 2009   //   by Andreas Helsper   //   Allgemein, Kino / Film, Wirtschaft  //  No Comments

Berlinale 2009 :: Foto von Christiane Necker

Morgen geht die 59. Berlinale, das internationale Filmfestival in Berlin, zu Ende. Doch davor möchte ich unbedingt noch darüber schreiben, schließlich war ich selbst dort. Seitdem ich mich für Film und Kino interessiere war dies mein Wunsch, bei der Eröffnung vor über einer Woche war ich dann endlich dort.

Die Berlinale ist eines weltweit bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche. Mehr als 19.000 Fachbesucher aus 120 Ländern, darunter 4.000 Journalisten, akkreditieren sich jedes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen. Mit über 200.000 verkauften Eintrittskarten ist die Berlinale aber nicht nur Branchentreff, sondern auch weltweit das größte Publikumsfestival. Jährlich werden bis zu 400 Filme in verschiedenen Sektionen gezeigt.

Für den Eröffnungsfilm „The International“ von Tom Tykwer gab es leider keine Karten mehr, eigentlich war das klar. Der Film des Wuppertalers wird außer Konkurrenz gezeigt und ist mit „Der Vorleser“ einer der Festivallieblinge.

Zentrale Sektion der Berlinale ist der Wettbewerb, in ihm werden der Goldene Berliner Bär und die Silbernen Bären verliehen. Die rund 20 Filme – allesamt Welt- oder Internationale Premieren – setzen Akzente und zeigen Tendenzen. Der Wettbewerb präsentiert große Namen ebenso wie Filme von noch unentdeckten Talenten.

Eine weitere Sektion ist das Panorama:

Im Programm des Panorama werden neue Filme renommierter Regisseure und Regisseurinnen neben Debütfilmen und spannenden Neu-Entdeckungen präsentiert. Die Filmauswahl versteht sich als ein Ausblick auf die Tendenzen des Arthouse-Kinos und versucht eine Brücke zu schlagen zwischen künstlerischen Visionen und kommerziellen Interessen.

Das Panorama nutzt die Chance, einem kritischen und leidenschaftlichen Großstadtpublikum Filme vorzustellen, die in einem rein kommerziellen oder weniger aufgeschlossenen Rahmen unterzugehen drohen. Dass damit auch die Filmeinkäufer mehr Mut fassen, sich an Filme mit kontroversen Inhalten oder ungewohnter Ästhetik heranzutrauen, ist ein beabsichtigter Effekt und zum Markenzeichen der Sektion geworden.
Quelle: berlinale.de

Zur Eröffnung von Panorama wurde am 05. Februar der Film „Human Zoo“ der Dänin Rie Rassmusen gezeigt. Die Premiere habe ich mir angesehen. Human Zoo handelt von einer jungen Frau, die die Balkankrise miterlebt und später nach Frankreich flieht. Der Film zeigt die Erlebnisse des Krieges und das Leben im modernen Europa, sowie das Widersprüche die sich hieraus für die auch von Rie Rassmusen gespielte Adria ergeben. Zwischen diesen beiden Lebensabschnitten spingt der Film.

Leider konnte „Human Zoo“ nicht wirklich überzeugen. Der Film war einerseits ziemlich lang gezogen, andererseits ist Rie Rassmusen zwischen den Lebensabschnitten zu oft gesprungen. Auch über die Balkankrise erfährt der Zuschauer / die Zuschauerin leider nur wenig, anders als beispielsweise im Film „Drachenläufe“. Dieser erzählt zugleich die Geschichte der Jungen Amir und Hassan, aber auch die Geschichte von Afgahnistan. Gut gefallen haben mir dagegen die schauspielerischen Leistungen, die Entwicklung von Adria vom Opfer zum Gangster sowie die brillante Abschlussszene, einem mit einer über den Räumen schwebenden Kamera gefilmten Rachefeldzug in einem russischen Zwangsbordell in Frankreich.

Deutsche Filmemacher sowie deutsche Koproduktionen sind in diesem Jahr auf der Berlinale übrigens sehr stark vertreten. Vielversprechend klingt zum Beispiel Maren Ades „Alle Anderen“. Weitere Film sind unter anderem „John Rabe“ und die Fontane-Verfilmung „Effi Briest“ (mit Julia Jentsch in der Hauptrolle). Und eben „The International“, den ich mir gleich ansehen werde.

Foto: Christiane Necker

Berlin am Meer

Jan 11, 2008   //   by Andreas Helsper   //   Kino / Film  //  No Comments

Kritik zum Film auf engelszunge.info:

Twentysomethings in der Hauptstadt: Zwischen Döner und Electro erzählt Regisseur Wolfgang Eißler von Liebe, Ängsten und Lebenslust.
Tom (Robert Stadlober, „Crazy“) ist DJ und wohnt mit seinen Kumpels in einer WG, die dem dopeverqualmten Spaß frönt. Doch den jungen Grübler treibt es voran: Tom träumt von der Musikhochschule. Als er sich dann noch in die hübsche Mavie verliebt, heißt es dann endgültig: Spaß oder Liebe? Eißler bewegt sich leichthändig zwischen Lebensfreude und Zukunftsängsten seiner Figuren. Nur schade, dass er der glaubwürdig eingefangenen Lebensfreude gegen Ende haarsträubend tragische Wendungen verpassen muss. Ein Phänomen, das sich mittlerweile fast alle deutschen Coming-of-Age-Komödien zwanghaft aufgebürgt haben – vielleicht, um sich reflektiert zu geben. Alles kommt also etwas dick, aber ansonsten ist das ein Berlin-Film, der, ergänzt von netten, optischen Spielereien erfrischend von der jungen Sicht auf die Welt erzählt.
(Hartmut Ernst)