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Vorwärts: “Die Revolution und das Internet”

Dez 25, 2011   //   by Andreas Helsper   //   Allgemein  //  No Comments

Im Frühjahr spülten Revolutionen in Ägypten und Tunesien lange herrschende Despoten fort. Eine zentrale Rolle spielte das Internet, besonders soziale Netzwerke. Im Dezember habe ich für den Vorwärts eine Analyse geschrieben.

Deutschlands Grenzen nach Focus.de

Dez 16, 2010   //   by Andreas Helsper   //   Allgemein, Politik  //  No Comments

Verschiebungen von Grenzen gibt es immer wieder. Auch die Forderungen danach. So trat etwa die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands in Hamburg mit dem Versprechen an, Harburg nach Niedersachsen abzugeben. Einfacher gemacht hat es sich jetzt der Focus. Hier sieht Deutschland so aus:

So zumindest geht es aus einem Bericht (Veröffentlichung 16.12.2010, 16.31 Uhr) des Focus zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) hervor. Hier steht geschrieben:

“So geschehen im nordrhein-westfälischen Landtag, der nach einer ersten Ankündigung am Mittwoch heute geschlossen gegen die Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrags stimmte – ein Gesetzentwurf mit bundesweiter Gültigkeit, das zuvor alle Landesregierungen jahrelang gemeinsam erarbeitet hatten und das alle anderen 15 Landtage problemlos verabschiedeten.”

(Hervorhebung durch mich)

Das ist interessant. Natürlich wurde der Staatsvertrag im Landtag NRW abgelehnt. Aber wurde er in allen anderen 15 Ländern ratifiziert? Nein, denn in Schleswig-Holstein wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen, als sich die Ablehnung in NRW abzeichnete. Eine Ratifizierung dort wäre keinesfalls sicher gewesen, denn CDU und FDP haben dort lediglich eine Stimme Mehrheit. Hingegen wollen nicht nur SPD, Grüne, Linke und SSW den Vertrag ablehnen, auch die Julis forderten von ihren Abgeordneten eine Ablehnung. Auch der federführende Innen- und Rechtsausschuss empfahl dem Plenum Nicht-Annahme.

Letztendlich ist dies vielleicht nur eine Kleinigkeit. Aber es fällt doch auf, dass der Artikel (Tenor “Ist doch alles gar nicht so schlimm”) schon bei Kleinigkeiten sachlich falsch ist.

An dieser Stelle empfehle ich der Redaktion des Focus ein Interview mit Andreas Krautscheid beim pottblog, in dem er nicht nur die Motive der CDU zur Ablehnung erklärt, sondern auch deutlich macht warum eben doch alles nicht so schlimm ist.

Übrigens: Schleswig-Holstein war doch schon einmal im Gespräch. Von Henryk M. Broder und Erich Follath stammt folgendes Buch: Gebt den Juden Schleswig-Holstein!.

Free Rainer – „Think!“

Jan 20, 2008   //   by Andreas Helsper   //   Allgemein, Kino / Film  //  3 Comments

Was, frage ich mich, muss noch passieren, damit Deutschland endlich aufwacht?

Gestern haben wir in der Black Box in Düsseldorf „Free Rainer“ gesehen. Hans Weingartner, der Regisseur des Films, ist vor allem durch seinen Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ bekannt.

Der TV-Produzent Rainer ist einer der Macher des “Unterschichten-Fernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte. Die Shows erinnern doch sehr an bekannte Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder die Dschungelshow. Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.

Mit “Free Rainer” wird mit dem Fernsehen nur der Platzhirsch in unserer Medienlandschaft aufgegriffen, doch zeigt dies beispielhaft das Problem der gesamten Medienkultur: die Diktatur der Zahl. Allerdings ist es nicht nur das Fernsehen, das von Quoten bestimmt wird, sondern auch das Radio, das Internet (Klickrate für Werbeeinblendungen) und die Printmedien (z.B. Auflagen der Zeitungen). Also unser ganzes Leben!

Mit „Free Rainer“ ruft Regisseur Hans Weingartner zum Nachdenken auf, nämlich darüber was wir konsumieren und was wir überhaupt konsumieren können. „Man zeigt den Leuten einfach so lange Dreck, bis sie nur noch Dreck sehen wollen“ sagt Rainer im Film. Hans Weingärtner ist pessimistisch: „Ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, dass die Boulevardisierung der Massenmedien noch gestoppt werden kann“, doch bei der Vorstellung des Filmes bei einem Filmfestival in Toronto hält er seinen Zuschauern ein Pappschild entgegen, auf dem steht: „Think!“

Eigentlich endet der Artikel hier, doch ich möchte auf jedem Fall auf einen Artikel im Tagesspiegel verweisen muss. Darin äußert sich Regisseur Hans Weingärtner über die Unterschiede seiner beiden Filme „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Free Rainer“, über das Fernsehen (auch die öffentlich-rechtlichen Sender ) und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, und seine Erfahrung mit dem SWR.

Einen weiteren Beitrag zum Thema habe ich jetzt auf polylog.tv gefunden: