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	<title>Andreas Helsper &#187; Parteitag</title>
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	<description>Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.</description>
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		<title>Rückzug aus Afghanistan?</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 03:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Helsper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Bundesparteitag gab es gestern auch einen Antrag zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Niels Annen und Christoph Strässer begründeten, warum der Antrag abzulehnen sei. Der Antragstext ist so kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Bundesparteitag gab es gestern auch einen Antrag zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Niels Annen und Christoph Strässer begründeten, warum der Antrag abzulehnen sei.</p>
<p>Der Antragstext ist so kurz wie einleuchtend: „Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ohne UN-Auftrag ist zu beenden.“</p>
<p>Für die Antragskommission begründete Niels Annen, Außenpolitiker und Parteilinker, warum der Antrag abzulehnen zu sein. „Ich würde nicht sagen, dass wir alles richtig gemacht haben“, beschrieb Annen rückblickend. Er sei selbst, ebenso wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Deutschen Bundestag, mehrfach in Afghanistan gewesen und habe sich über die Arbeit vor Ort informiert. Annen griff an dieser Stelle Angela Merkel an, die als Bundeskanzlerin nur zweimal in Afghanistan gewesen ist, „und nur kurz aus dem Hubschrauber gesprungen sei, um nur nicht mit dem schwierigen Thema in Verbindung gebracht werden.“</p>
<p>Niels Annen erklärte offen, dass man nicht genau die richtigen Antworten habe. Es sei aber falsch, den direkten Abzug zu fordern. Er sei nicht gegen ein Ausstiegsszenario, aber dieses sollte sich lieber, wie das Papier von Frank-Walter Steinmeier, auf Vorraussetzungen für einen Abzug beziehen. „Zur Glaubwürdigkeit gehört es auch, dass wir Dinge, die wir beginnen, auch zu Ende führen.“ Natürlich gebe es einen Zusammenhang zwischen der Instabilität der Region und dem Terrorismus. Darüber müsse man diskutieren.</p>
<p>Christoph Strässer, in der SPD-Bundestagsfraktion Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, verwies auf sein Engagement in der Friedensbewegung, in der er seit 30 Jahren aktiv ist. „Unterschiedliche Meinungen und Diskussionen muss es geben“, sagte er. Unabhängig von der Ausgangslage in Afghanistan müsse man sich heute fragen, welche Auswirkungen ein Abzug hätte. Da müsse man ganz genau hinschauen. Er verwies auf die Lage der Frauen, und darauf, was passieren würde, wenn die Taliban wieder an der Macht kämen. An die Delegierten richtete er: „Fragt die vielen Nichtregierungsorganisationen, etwa die Welthungerhilfe, die in Afghanistan eine sehr wichtige Arbeit macht, was sie machen würden, wenn wir die Bundeswehr jetzt abziehen würden“.</p>
<p>Nach diesem Beitrag wurde die Debatte abgebrochen, weil alle weiteren Redebeiträge ebenfalls für eine Ablehnung des Antrages plädiert hätten. Fast einstimmig wurde der Antrag schließlich auch abgelehnt.</p>
<p><em>(<a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/rueckzug-aus-afghanistan">Original bei Vorwärts Online</a>)</em></p>
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		<title>Schuldenbremse. Vernünftig</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 08:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Helsper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenbremse]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Wuppertal]]></category>
		<category><![CDATA[Wuppertal wehrt sich]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag findet in Berlin der außerordentliche Bundesparteitag der SPD in Berlin statt, auf dem hauptsächlich das Regierungsprogramm beschlossen wird. Unzählige Änderungsanträge beschäftigen sich mit der so genannten Schuldenbremse, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag findet in Berlin der außerordentliche Bundesparteitag der SPD in Berlin statt, auf dem hauptsächlich das Regierungsprogramm beschlossen wird. Unzählige Änderungsanträge beschäftigen sich mit der so genannten Schuldenbremse, die als Teil der Förderalismusreform II in der vorletzten Woche vom Bundestag und am Freitag vom Bundesrat beschlossen worden ist.</p>
<p>Im Programmentwurf hei&szlig;t es: &bdquo;<em>Schulden sind auf Dauer ein ernstes Problem f&uuml;r die Zukunftsf&auml;higkeit unseres Landes. Wir stehen daf&uuml;r, dass die Schulden, die jetzt f&uuml;r die Konjunkturstabilisierung notwendig sind, in guten Zeiten wieder konsequent zur&uuml;ckgefahren werden. Deshalb haben wir uns f&uuml;r die Aufnahme einer verbindlichen Schuldenbremse in das Grundgesetz stark gemacht</em>.&ldquo;</p>
<p>Dieser Absatz soll, so viele Antr&auml;ge, ersatzlos gestrichen werden. Unter anderem gibt es einen Musterantrag der <strong>Jusos</strong>, der die Problematik und Sachlage allerdings ignoriert und keine Alternativen aufzeigt. Anders hingegen ein Antrag der <strong>Abteilung 92 in Berlin</strong>, &uuml;ber den Alexander Sempf getwittert hat und der mich zu diesem Artikel motiviert hat. Ich m&ouml;chte meine Haltung zur Schuldenbremse noch einmal begr&uuml;nden und den Antrag, der durchaus sehr gute Seiten hat und von Sachkenntnis zeugt, kritisch beleuchten und entsprechend widersprechen.</p>
<p><strong>Wir befinden uns in einem unflexiblen Korsett</strong>. Immer enger wird es durch Zinsen, wir haben wenig Platz f&uuml;r wichtige Zukunftsinvestitionen. Unsere Sichtweise wird der Realit&auml;t nicht gerecht, wir orientieren uns zu sehr an der gegenw&auml;rtigen Lage und deren Zw&auml;nge, wir &auml;ndern das System nicht. Wir m&uuml;ssen Politik gestalten, dazu sind wir politisch legitimiert, das ist unser Auftrag. Die Frage der Finanzpolitik geh&ouml;rt dazu, durch sie d&uuml;rfen wir unser Korsett nicht enger schn&uuml;ren. Wir m&uuml;ssen uns befreien, uns frei machen von Zw&auml;ngen, wieder gestalten. Die bisherigen Regeln zur Schuldenbegrenzung sind unzureichend, sie haben das Zuschn&uuml;ren des Korsetts nicht verhindern k&ouml;nnen. Eine &Auml;nderung ist deshalb dringend notwendig.</p>
<p>Der <strong>aktuelle Schuldenstand</strong> der Bundesrepublik Deutschland liegt bei mehr als 1500 Milliarden Euro &#8211; rund 960 Milliarden Euro entfallen davon auf den Bund. K&uuml;nftige Generationen bestrafen wir damit gleich doppelt: Aufgrund der hohen Zinszahlungen investieren wir heute weniger in die Zukunft (zum Beispiel in Bildung) als wir m&uuml;ssten, zugleich schr&auml;nken wir die finanziellen Spielr&auml;ume unserer Nachkommen enorm ein. Und die Last, die wir ihnen aufb&uuml;rden ist enorm. Jedes in Deutschland geborene Kind kommt mit umgerechnet mehr als18.000 Euro Staatsschulden auf die Welt. Die demografische Entwicklung versch&auml;rft das Problem noch zus&auml;tzlich. Im Bundeshaushalt werden rund <strong>43 Mrd. Euro (2008) nur f&uuml;r Zinsen</strong> (darin ist noch keine Tilgung enthalten) aufgewendet. Bei einem Haushaltsvolumen von rund 283 Mrd. Euro (2008) ein sehr gro&szlig;er Betrag, und wenn man zus&auml;tzlich die Zusch&uuml;sse f&uuml;r unser Sozialversicherungssystem dazu nimmt, rund 78,5 Milliarden Rentenkasse und 42,6 Mrd. Euro Arbeitsf&ouml;rderung (ALG II, Unterkunft, Eingliederungshilfen, ..) hinzurechnet, bleibt kein gro&szlig;er Handlungsspielraum &uuml;brig. Zum Vergleich: Die 40 Milliarden f&uuml;r Zinsen entsprechen ungef&auml;hr den Einnahmen aus ungef&auml;hr sechs Prozentpunkten der Mehrwertsteuer oder den addierten Ausgaben und Investitionen der Ministerien f&uuml;r Bildung und Forschung, f&uuml;r Verkehr und Familie. Oder auch: F&uuml;r das BAf&ouml;G wendet der Bund nur rund 2,2 Mrd. Euro (2006) auf.</p>
<p>Das <strong>Hamburger Programm</strong> fordert &uuml;brigens, dass wir nicht auf Kosten nachfolgender Generationen leben und die Verschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte senken, um dadurch &bdquo;mehr Geld f&uuml;r Bildung, Forschung und Infrastruktur&ldquo; zu haben.</p>
<p><strong>Die gegenw&auml;rtige Krise, verursacht durch leichtsinniges und verantwortungsloses Handeln, durch Gier und Leichtsinn, zeigt deutlich, dass &bdquo;Staatsschulden stabilisierend wirken&ldquo;. Ich gebe dem Antrag recht. Aber nur ein Staat, dem die Menschen vertrauen und der seinen Haushalt langfristig unter Kontrolle hat, ist finanziell handlungsf&auml;hig.</strong></p>
<p>Anders erleben es gerade beispielsweise <strong>Griechenland, Irland, Italien und Spanien</strong>. Eines der Probleme bei einem hohen Schuldenstand ist es, dass die Kapitalbeschaffung teurer wird. Anlieger agieren vorsichtiger, die Risikopr&auml;mien f&uuml;r Staatsanleihen steigen. Die verringerte Nachfrage l&auml;sst die Kurse dieser Anleihen sinken und ihre Renditen steigen, und dass bei gestiegenem Finanzierungsbedarf in der aktuellen Krise. Diese L&auml;nder gehen dazu &uuml;ber, kurzfristige Papiere herauszugeben, da Anleger bei diesen eher zu Investitionen bereit seien. Kredite werden teurer, die Staaten dadurch abh&auml;ngiger und handlungsunf&auml;higer, ein Widerspruch zu eigentlich linker Politik. Deutschland ist hier zwar Vorzeigeland, das liegt aber nur daran, dass unsere Schulden noch relativ gering sind.</p>
<p>Die bisherige Schuldenregel war in <strong>Artikel 115 des Grundgesetzes</strong> festgehalten: &bdquo;Die Aufnahme von Krediten sowie die &Uuml;bernahme von B&uuml;rgschaften, Garantien oder sonstigen Gew&auml;hrleistungen, die zu Ausgaben in k&uuml;nftigen Rechnungsjahren f&uuml;hren k&ouml;nnen, bed&uuml;rfen einer der H&ouml;he nach bestimmten oder bestimmbaren Erm&auml;chtigung durch das Grundgesetz. Die Einnahmen aus Krediten d&uuml;rfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben f&uuml;r Investitionen nicht &uuml;berschreiten. Ausnahmen sind nur zul&auml;ssig zur Abwehr einer St&ouml;rung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts.&ldquo; Angesichts der oben genannten Summe, die wir an Schulden aufgebaut haben, wird schnell sichtbar, dass diese Regel nicht funktioniert.</p>
<p>Ich stimme dem Argument zu, dass der Staat bei <strong>Marktversagen</strong>, wie es in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise der Fall ist, weiterhin einspringen muss. Grunds&auml;tzlich k&ouml;nnen wir aber unsere Konjunkturpolitik nicht einfach zu Lasten nachfolgender Generationen finanzieren und den Schuldenberg beliebig wachsen lassen, weshalb jetzt eine neue Schuldenregel notwendig ist. &Uuml;ber die so genannte &bdquo;<strong>Konjunkturkomponente</strong>&ldquo; bei dieser Schuldenbremse kann der Staat weiterhin stabilisierend eingreifen, diese Ausgaben sind dann jedoch getrennt zu buchen und verbindlich zu tilgen, so wie bei jedem anderem Kredit auch. Das gilt insbesondere f&uuml;r Ausnahmesituationen wie Naturkatastrophen oder die gegenw&auml;rtige Finanzkrise. Reaktionen sind also weiterhin m&ouml;glich, deren Konsequenzen werden jedoch transparenter.</p>
<p>Transparenter werden &uuml;brigens auch die <strong>Steuersenkungsforderungen </strong>von CDU, CSU und FDP. Sie m&uuml;ssen in Zukunft sagen, wie sie diese finanzieren wollen, bequem &uuml;ber Schulden geht es zumindest nicht mehr.<br />
<strong><br />
Wir reden so viel &uuml;ber Nachhaltigkeit.</strong> Die Bundesregierung hat einen &bdquo;Rat f&uuml;r nachhaltige Entwicklung&ldquo;, der Bundestag einen &bdquo;Parlamentarischen Beirat f&uuml;r Nachhaltige Entwicklung&ldquo;. Das Hamburger Programm betont &bdquo;Nachhaltigkeit als das einzig verantwortbare Grundprinzip politischen und wirtschaftlichen Handelns&ldquo;. F&uuml;r Unternehmen bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur R&uuml;cksicht auf die Umwelt, sondern auch, dass kurzfristige Renditeziele nicht im Vordergrund stehen. Klingt ziemlich sozialdemokratisch. Der Staat handelt aber, zu mindestens finanziell, nicht nachhaltig. Angebracht w&auml;re es, wenn er sich &uuml;ber seine Aufgaben und deren Finanzierung klar w&auml;re und sich demnach aufstellt.</p>
<p>Im Sinne der Nachhaltigkeit w&auml;re es, sowohl die Ein- als auch Ausgabenseite kritisch zu beleuchten. Dabei sollte es nicht nur um einzelne Haushaltsposten gehen, sondern auch unser System als ganzes muss &uuml;berpr&uuml;ft werden. Brauchen wir 16 Steuerverwaltungen? Brauchen wir &uuml;berhaupt 16 Bundesl&auml;nder? Zw&ouml;lf w&uuml;rden meiner Meinung nach ausreichen. </p>
<p>Gleiches gilt f&uuml;r &uuml;brigens f&uuml;r <strong>Kommunen</strong>. Ich komme aus Wuppertal, die Stadt hat ein strukturelles Defizit von rund 120 Milliarden, die H&auml;lfte davon sind Pflichtaufgaben. Wir k&ouml;nnten Bibliotheken, Schwimmb&auml;der, den Zoo und unsere Kultureinrichtungen schlie&szlig;en, Zusch&uuml;sse f&uuml;r soziale Arbeit der freien Tr&auml;ger einstellen, wir d&uuml;rften auch Spielpl&auml;tze nicht mehr sanieren, und trotzdem h&auml;tten wir noch ein dickes Minus. Um gegen K&uuml;rzungen im sozialen Bereich, die Land NRW und Bezirksregierung fordern, zu demonstrieren, haben sich jetzt freie Tr&auml;ger im B&uuml;ndnis &bdquo;Wuppertal wehrt sich&ldquo; organisiert. So weit sind wir also auch ohne Schuldenbremse. Wenn also Vertreter aus der Kommunalpolitik die Schuldenbremse kritisieren, dann m&uuml;ssen sie mir auch die Frage beantworten, warum wir ohne Schuldenbremse diese Probleme haben. Wann, wenn nicht jetzt, bietet die Diskussion, die sich in den n&auml;chsten Jahren ergibt, eine gute Gelegenheit, auch &uuml;ber Aufgaben des Staates (also auch der Kommunen), die passende Organisation und deren Finanzierung zu diskutieren. Eine Richtung, in die die Diskussion bei uns gehen k&ouml;nnte, w&auml;re etwa die Bergische Gro&szlig;stadt, wie sie die IHK seit l&auml;ngerem fordert. Kooperationen, etwa bei IT- oder Personalverwaltung w&auml;ren ein Anfang. Hier wird unn&ouml;tig Geld ausgegeben, Geld das f&uuml;r Bildung und soziale Arbeit verwendet werden k&ouml;nnte. Ein &bdquo;Weiter so&ldquo; kann es jedenfalls nicht geben. </p>
<p>&bdquo;Wuppertal wehrt sich&ldquo; ist &uuml;brigens auch ein sehr gutes Beispiel daf&uuml;r, dass die L&auml;nder mit den Kommunen eben nicht alles machen k&ouml;nnen. Hier wird sehr genau darauf geachtet, dass soziale Initiativen nicht unter den Hammer kommen. Dies ist bei der Verschuldungsgrenze der L&auml;nder, egal ob sie bei 0 oder 0,75 Prozent liegt, auch dringend notwendig. Ein hoch auf mehr B&uuml;rgerbeteiligung! Wenn es so weitergeht, dann platzen einige Bundesl&auml;nder, so eng ist das Korsett. Wir brauchen ein Umdenken, die L&auml;nder d&uuml;rfen nicht weiter auf Kosten der Kommunen ihre Haushalte versch&ouml;nern. Die Konsolidierungshilfen, die auch zur Schuldenbremse geh&ouml;ren, sind unbedingt notwendig, damit die L&auml;ndern bei ihren Bem&uuml;hungen, ihr System langfristig schuldenfrei und nachhaltig aufzubauen, unterst&uuml;tzt werden. In Notsituationen k&ouml;nnen &uuml;brigens auch die L&auml;nder mehr Schulden machen.</p>
<p>Um unsere Staatsausgaben zu finanzieren, ver&auml;u&szlig;ern wir jedes Jahr Volksverm&ouml;gen &ndash; Bundesbeteiligungen und Grundbesitz &ndash; in Milliardenh&ouml;he. Doch dabei handelt es sich um eine endliche Ressource. Auch kommunal wurden und werden Anteile verkauft, dabei sollte gerade die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge in staatlicher Hand bleiben. Diese Privatisierungen m&uuml;ssen gerade uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten alarmieren. Die F&ouml;rderalismusreform II legt fest, dass <strong>Privatisierungserl&ouml;se </strong>zuk&uuml;nftig nicht mehr zur Sicherstellung eines verfassungsm&auml;&szlig;igen Haushalts verwendet werden k&ouml;nnen.</p>
<p>Allein an <strong>Steuersubventionen </strong>gab es 2007 rund 48,8 Milliarden Euro, nahezu soviel wie im Vorjahr. Steuerverg&uuml;nstigungen wurden zwar abgebaut, gleichzeitig jedoch enstehen immer neue Steuervorteile. Die Pendlerpauschale gibt es wieder in voller H&ouml;he, obwohl sie, ebenso wie die Abwrackpr&auml;me, &ouml;kologischer Unsinn ist. Um hier etwas zu &auml;ndern ist eine Menge <strong>Mut </strong>notwendig, der Widerstand der Lobbyisten wird gro&szlig; sein. Aber eben dieser Mut ist im neuen Jahrzehnt so wichtig!</p>
<p>Gleichzeitig sind unsere <strong>Ausgaben f&uuml;r Bildung im OECD-Vergleich eine Schande</strong>. In keinem Land Europas h&auml;ngen die Bildungschancen der Kinder so stark vom Einkommen der Eltern ab wie in Deutschland. Egal, welches System wir wollen, mehr Geld ist notwendig, f&uuml;r aktuelle Lehrmittel und mehr Lehrerinnen und Lehrer. Ob Hauptschule, Realschule und Gymnasium oder eine Gemeinschaftsschule, wenn auf 30 Kinder eine Lehrerperson kommt, dann kann es nicht besser werden. Genau daran wird aber nichts ge&auml;ndert, wenn, wie in den letzten Jahren in Wuppertal, Grundschulen geschlossen werden, weil einfach kein Geld da ist. Ich denke, hier herrscht Einigkeit, auch wenn klar ist, dass durch mehr Geld nicht automatisch alles besser wird.</p>
<p>Ebenso m&uuml;ssen wir &uuml;ber eine neue, ver&auml;nderte Einnahmesituation des Staates reden. <strong>Gerechtigkeit </strong>ist hier eine wichtige Frage. Niedrige Einkommen der Menschen m&uuml;ssen entlastet werden, hohe st&auml;rker besteuert. Dies gilt f&uuml;r Manager genauso wie f&uuml;r Fu&szlig;ballspieler, deren Abl&ouml;sesummen schwindelerregend hoch liegen. Auch &uuml;ber die <strong>Erbschaftssteuer </strong>m&uuml;ssen wir reden. Bei unseren Sozialversicherungen m&uuml;ssen alle Einkommen, und zwar die aller, ber&uuml;cksichtigt werden. Um hier etwas zu &auml;ndern ist eine Menge Mut notwendig, der Widerstand der Lobbyisten wird gro&szlig; sein. Aber eben dieser Mut ist im neuen Jahrzehnt so wichtig!</p>
<p>Der Antrag kritisiert, dass die F&ouml;rderalismusreform II die <strong>Finanzbeziehungen zwischen Bund und L&auml;ndern</strong> und den <strong>L&auml;nderfinanzausgleich </strong>au&szlig;er Acht lassen. Dem stimme ich zu, der Auftrag der Kommission ist tats&auml;chlich noch nicht erledigt. Das hei&szlig;t aber nicht, dass diese Frage vom Tisch w&auml;re. Allein das Auslaufen des <strong>Solidarpaktes </strong>2019 erfordert im neuen Jahrzehnt neue Diskussionen dar&uuml;ber.</p>
<p>Wie sieht das <strong>neue Jahrzehnt</strong> aus? Diese Frage stellte der Parteivorstand und schickte seine Mitglieder auf Dialogtour. Dieser Beitrag gibt mir die M&ouml;glichkeit, &uuml;ber meine pers&ouml;nlichen Anliegen f&uuml;r das neue Jahrzehnt zu schreiben. Vieles wurde schon genannt, zusammengefasst ergeben sich folgende sechs Punkte:</p>
<ol>
<li><strong>Mit der neuen Schuldenbremse die Staatsfinanzen konsolidieren</strong>. Der enorme Schuldenberg des Staates zeigt eindeutig, dass die derzeitigen Regeln nicht geeignet sind, die Verschuldung zu begrenzen.</li>
<li><strong>Eine Erh&ouml;hung der Einnahmen, sozial gerecht.</strong> Unter anderem mit einer B&uuml;rgerversicherung, die alle Einkommen aller ber&uuml;cksichtigt.</li>
<li><strong>Eine Reduzierung der Ausgaben, Subventionen und unn&ouml;tige Verwaltung</strong>. Dazu geh&ouml;rt auch der Zusammenschluss von St&auml;dten und Bundesl&auml;ndern untereinander.</li>
<li><strong>Deutliche Mehrausgaben im Bereich der Bildungspolitik</strong>, denn diese sind viel zu niedrig. Bildung ist ein zentrales Thema sozialer Gerechtigkeit und f&uuml;r die Zukunft unseres Landes &uuml;beraus wichtig.</li>
<li><strong>Mehr Mut im neuen Jahrzehnt</strong>, auch zu unbequemen Entscheidungen. Diese sind notwendig.</li>
<li>Uns zuletzt Gedanken &uuml;ber die Frage, ob wir <strong>Wirtschaftswachstum </strong>wirklich brauchen und wie eine Welt und ein Deutschland ohne Wirtschaftswachstum aussehen w&uuml;rde.</li>
</ol>
<p>
Zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.andreas-helsper.de/brauchen-wir-eine-agenda-2020/">Andreas Helsper: &bdquo;Brauchen wir eine Agenda 2020?&ldquo; vom 17.05.2008</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum">&bdquo;Wir k&ouml;nnten auch anders&ldquo; &#8211; Wolfgang Uchatius fragt in der Zeit: &bdquo;Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum?&ldquo;</a></li>
</ul>
<p>&#8212;<br />
<em>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lemonpixel/">m.p.3.</a> unter CC</em></p>
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