Relaunch von SPD.de
Mit dem Relaunch von SPD.de am Donnerstag hat die Partei ihren Platz als Internetpartei verteidigt und den Vorspruch deutlich ausgebaut. Aber: Es gibt noch einiges zu tun!
Am Donnerstag um 12.53 Uhr war es soweit: Ich lud SPD.de und fand die Homepage bereits im neuem Layout vor. Um 13 Uhr erneut geladen, doch: „This Service is not available“. Nun gut, selbst das beste Kind hat Kinderkrankheiten. Hier wird hoffentlich noch nachgearbeitet. „This Service is not available“ bedeutet aber auch, dass der Server überlastet ist. Zu viele Anfragen, also großes Interesse. Tatsächlich hatte SPD.de innerhalb der ersten 24 Stunden über eine Millionen Besucher.
Dies wurde schon am Mittwoch geweckt, hervorgerufen durch einen Artikel bei focus.de und im Blog von Nico Lumma. Zahlreiche Blogeinträge folgten. Als ich am Mittwoch bei Twitter von dem Relaunch erfahren habe war mein erster Gedanke „Ach ne, nicht schon wieder neue Farben“. Der zweite Gedanke: „Es kann aber eigentlich nur besser werden.“ Nach dem angenehmen Königsblau habe ich mich mit dem Grau nie anfreunden können. Die neuen Töne wirken frisch und modern. Ein guter Auftakt für die anstehenden Wahlkämpfe.
Das neue SPD.de ist aber mehr als nur neue Farben. Es ist deutlich übersichtlicher, die Bilder sind größer und große Icons verweisen auf wichtige Inhalte. Direkt eingebunden ist auch das überaus gelungene Wahlkampfvideo der SaarSPD. Wirklich hervorragend!
News zu Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und zur Europawahl sind in der Mitte der Homepage zu finden, zentral und an der richtigen Stelle. Dort ist auch meineSPD.net verlinkt.
Aha, das Mitmachen also an zentraler Stelle?!
Das Signal ist gut und geht in die richtige Richtung. meineSPD.net bietet Foren zum Diskutieren und einige Missionen. Für den Wahlkampf muss aber auch die konkrete Möglichkeit zum Mitmachen aufgezeigt werden. Hier tut sich meineSPD.net noch etwas schwer. Sicherlich sind hier auch die Gliederungen gefragt, aber auch SPD.de ist hier nicht eine Anlaufstelle, sondern nach dem Überzeugen mit Inhalten muss das Mitmachen folgen. Es gibt noch einiges zu tun.
Wichtig ist aber auch das so genannte Web 2.0. Hubertus Heil, Ralf Stegner und neuerdings auch Thorsten Schäfer-Gümbel twittern bereits erfolgreich. Bei Facebook können Kandidatinnen und Kandidaten wie Frank-Walter Steinmeier oder Thorsten Schäfer-Gümbel unterstützt werden. Es gibt auch schon einige Profile von Politikern, doch Glaubwürdig sind diese nur, wenn sie von den Politikern selbst, und nicht von Mitarbeitern gestaltet werden. Kajo Wasserhoevel macht es vor. StudiVZ und MeinVZ sind hingegen völlig irrelevant. Facebook und Twitter haben hingegen großes Potenzial. Hier kann sich meineSPD.net einiges abgucken, auch eine Verknüpfung zwischen SPD.de, meineSPD.net, social networks und Blog einzelner Genossinnen und Genossen macht Sinn.
Fakt ist: Die SPD hat ihren Platz als DIE Internetpartei verteidigt und den Vorsprung deutlich ausgebaut. Doch die anderen Parteien werden folgen. Potenziale gibt es, und weiterhin heißt es: Anpacken für die SPD als Internetpartei.
(Erschienen am 10. Januar 2009 bei vorwaerts.de/meinung)
Fricke und Solms haben nicht richtig gedacht.
Das Internet ist schön. Web 2.0 auch. Auch viele Politiker produzieren mittlerweile Videos für das Internet, wie besispielsweise Fricke und Solms von der FDP. Der Clip ist echt nett gemacht, aber die Herren Politiker haben mal wieder nicht zu Ende gedacht.
Natürlich ist bei Elektro-Autos die Frage, woher die Energie kommen soll, noch nicht endgültig geklärt. Hier aber die Atomkraft wieder zu Hilfe holen ist auch falsch. Sie erzeugt zwar weniger CO2, aber die Frage der Endlagerung ist weiterhin ungeklärt. Wohin soll der ganze Atommüll? Das es zu Problemen kommt sehen wir ja im Endlager Asse. Leider fehlen Fricke und Solms hier die Antworten.
Wenn Deutschland aber tatsächlich ein Technologie-Land ist, und davon bin ich überzeugt, dann sollten wir die Energieeffizienz deutlich erhöhen. So können wir dann auch die Elektro-Autos mit Energie füttern.
Eine Verlängerung der Laufzeiten bringt nur den Energiekonzernen und ihren Aktionären etwas. Die Bürgerinnen und Bürger haben davon nichts. Die Energiepreise werden doch nicht gesenkt, lediglich die Dividende der Akionäre und die (erfolgsabhängigen) Managment-Gehälter der Energiekonzerne. Und auf den Kosten und den Gefahren der Endlagerung bleiben letzendlich die Bürgerinnen und Bürger sitzen.
Bitte demnächst weiterdenken. Wer sich das Video trotzdem ansehen möchte:
Wahl in Bayern: CSU geht baden!
Wunderbar, ich habe gerade etwas schönes gefunden:

Danke an Robin Haseler.
Ich werde mal Gewerkschaftboss…
… und fliege gratis mit der Lufthansa in die Südsee…
Brauchen wir eine Agenda 2020?
Gerade habe ich in der ZEIT einen Artikel über die Steuersparmodell der CSU gelesen. Klar, die CSU muss in rund fünf Monaten eine Landtagswahl gewinnen, und es sieht nicht besonders rosig aus. Bei der letzten Wahl holte die Partei noch 60 Prozent, inzwischen liegt sie bei rund 44 Prozent. Da werden die Bayern nervös, und um Aufmerksamkeit zu bekommen legen sie ein ziemlich populistisches Steuerkonzept vor. Ich möchte einmal aus meiner Sicht schreiben, was wirklich notwendig ist.
Brauchen wir eine Agenda 2020? Die Antwort ist eindeutig: Ja! Da sind sich auch alle Parteien einig, die Frage ist jedoch die diese aussehen soll. CDU/CSU basteln schon an einem Konzept für die Bundestagswahl 2009 und auch von der Linkspartei ist das übliche zu hören: Mehr Geld für alle. Eines jedoch haben alle Vorschläge gemeinsam: Es geht um die Staatsfinanzen.
Wir sollten uns zuerst einmal überlegen, wie denn unsere Finanzen aussehen. Deutschland sitzt tief in der Schuldenfalle. Unser Staat hat fast 1500 Milliarden Euro Schulden – rund 940 Milliarden Euro entfallen davon auf den Bund. Und die Verschuldung steigt weiter, bei steigenden Steuereinnahmen momentan nur eben etwas langsamer. Wir geben jedes Jahr mehr Geld aus als wir einnehmen, in diesem Jahr allein der Bund fast 12 Milliarden .
Und noch schlimmer: Um unsere Staatsausgaben zu finanzieren, veräußern wir jedes Jahr Volksvermögen – Bundesbeteiligungen und Grundbesitz – in Milliardenhöhe. Doch dabei handelt es sich um eine endliche Ressource. Diese Privatisierungen müssen doch gerade uns Sozialdemokraten alarmieren. Wir als Jusos haben doch gerade auf dem Wuppertaler Parteitag der SPD im März einen Antrag gegen weitere Privatisierungen der Wuppertaler Stadtwerke eingebracht – und dieser wurde einstimmig verabschiedet. Gleichzeitig fordern einige immer neue Ausgaben.
Fast jeder fünfte Euro der Steuereinnahmen des Bundes muss für Zinszahlungen aufgewendet werden. In diesem Jahr voraussichtlich deutlich mehr als 40 Milliarden Euro – verlorenes Geld, das wir an anderer Stelle gut gebrauchen könnten. Die Dimension wird deutlich, wenn wir diese Summe ins Verhältnis setzen: sie entspricht ungefähr den Einnahmen aus ungefähr sechs Prozentpunkten der Mehrwertsteuer oder den addierten Ausgaben und Investitionen der Ministerien für Bildung und Forschung, für Verkehr und Familie.
Es gibt keine unsozialeren Staatsausgaben als Schulden. Künftige Generationen bestrafen wir damit gleich doppelt: Aufgrund der hohen Zinszahlungen investieren wir heute weniger in die Zukunft als wir müssten, zugleich schränken wir die finanziellen Spielräume unserer Nachkommen enorm ein. Und die Last, die wir ihnen aufbürden ist enorm. Jedes in Deutschland geborene Kind kommt mit umgerechnet 18.000 Euro Staatsschulden auf die Welt. Die demografische Entwicklung verschärft das Problem noch zusätzlich. Da immer weniger Kinder geboren werden, verteilt sich die immer größere Schuldenlast auf immer weniger Schultern. Die Schuldenmacherei muss aufhören, dies eine eine Voraussetzung für einen handlungsfähigen Staat und eine Grundbedingung für Gerechtigkeit zwischen den Generationen.
Hinzu kommt, dass von einem großen Haushaltsdefizit in erster Linie die Wohlhabenden profitieren. Bei ihnen nämlich borgt sich der Staat das Geld über sichere Anleihen – dabei handelt es sich um nicht weniger als die größte Umverteilung von unten nach oben überhaupt. Bezahlen müssen die Schulden hinterher dann alle gleichermaßen. Das ist sozial zutiefst ungerecht. Deshalb ist die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte eine handfeste Frage der Gerechtigkeit und damit ein ursozialdemokratisches Anliegen.
Der Staat muss handlungsfähig bleiben, unser Anliegen ist klar: Wir wollen den Staat gestalten. Ich bin überzeugt, dass dies funktioniert: gleichzeitig Schulden abbauen, den Staat gestalten und zukunftsfähig zu machen.
Der Staat muss Subventionen abbauen. Allein an Steuersubventionen gab es im Jahr 2007 rund 48,8 Milliarden Euro, nahezu soviel wie im Vorjahr. Zwar hat die Große Koalition in Berlin Steuervergünstigungen abgebaut, also beispielsweise Eigenheimzulage und Pendlerpauschaule gestrichen, gleichzeitig jedoch gibt es neue Steuervorteile, etwa für private Handwerksleistungen, diverse Kfz-Steuererleichterungen oder der Investitionsfreibetrag für Klein- Mittelbetriebe. Der Aufschrei wäre groß – von der Industrie bis zu Umweltverbänden gäbe es Widerstand.
Mit Steuervorteilen werden beispielsweise umweltverträgliche Technologien in Autos gefördert, wie der Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge. Allerdings, solche Technologien gibt es und sie wären auch so serienreif. Es müsste Steuernachteile für CO2-Schleudern geben und die Industrie müsste gezwungen werden, endlich umweltverträgliche Technologien auf den Markt zu bringen. Autos können schließlich längst mit Strom, Erdgas oder Wasserstoff fahren.
Auch die Pendlerpauschale muss vollständig wegfallen. Die große Koalition in Berlin hat bereits die Eigenheimzulage gestrichen, und so die Stadtflucht zu mindestens eingeschränkt. Gleichzeitig wird die Stadtflucht jedoch weiterhin gefördert, da Kosten zur Arbeit abgesetzt werden können. Dies ist ökologischer Unsinn.
Kommen wir zu einem sozialdemokratischem Lieblingsthema, der Bildung. Nichts ist ungerechter als die Tatsache, dass in keinem Land Europas die Bildungschancen der Kinder so stark vom Einkommen der Eltern abhängen wie in Deutschland. Mehr Ganztagsschulen, die Einführung der Gemeinschaftsschule – für den tatsächlichen Unterricht, für die optimale Förderung jedes einzelnen Schülers gibt es gute Konzepte – aber es fehlt an Geld. Unsere Bildungsausgaben sind im OECD-Vergleich eine Schande. Der konsequente Abbau von Subventionen würde uns viel Geld für diese wichtige Zukunftsaufgabe bereitstellen.
Das Steuermodell der CSU kommt, bei allem Populismus, aber auch zu einer richtigen Zeit. Zu Recht müssen wir über die hohen Abgaben an den Staat diskutieren. Das Programm der CSU trägt den Titel „Mehr Netto vom Brutto“, und tatsächlich sind die Abgaben sehr hoch. Übrigens: Zur Erhöhung der Renten möchte die Linkspartei die Beiträge zur Rentenversicherung von 19,9 auf 28 Prozent erhöhen und so die Abgabenlast weiter erhöhen.
Eine wichtige Möglichkeit zu mehr Netto vom Brutto läge im Bereich der Gesundheitsreform. Die Bürgerversicherung muss endlich eingeführt werden. Die Bezieher hoher Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, Kapitalanlagen und Zinseinnahmen sollten sich in Zukunft an der Finanzierung des Gesundheitssystems beteiligen. Die bisherige Finanzierung des Systems ausschließlich über Löhne und Gehälter macht den Faktor Arbeit unnötig teuer – und wird übrigens so nur in Deutschland praktiziert. Würden die anderen Arten von Einkünften herangezogen, so würden kleine Zusatzeinkommen geschont und hohe zusätzliche Einkünfte in Anspruch genommen. Die Lohnnebenkosten könnten bei einer solchen Lösung deutlich sinken, so gäbe es tatsächlich mehr Netto vom Brutto. Die von CDU/CSU und FDP favorisierte Kopfpauschale führt allerdings gerade für Geringverdienende zu weniger Netto vom Brutto – die Vorschläge von Erwin Huber sind also heuchlerisch.
Zusammengefasst ergeben sich also folgende Ansprüche an eine Agenda 2020:
1. Wir müssen die Staatsfinanzen konsolidieren. Wie der enorme Schuldenberg des Staates eindeutig zeigt, sind die derzeitigen Regeln der Verfassung nicht geeignet, die Verschuldung zu begrenzen. Genau deshalb brauchen wir eine Schuldenregel, die die staatliche Verschuldung als Ausnahme darstellt und dafür klare Vorgaben und Sanktionen schafft.
2. Ein dringender Abbau von Subventionen. Hier würden sich natürlich jene Lobbygruppen melden, um deren Subventionen es geht. Dies würde uns Sozialdemokraten aber auch die Chance geben, über unsere Visionen und Konzepte eben mit diesen Lobbygruppen zu reden, zu diskutieren und zu streiten. Die allgemeine Politikverdrossenheit und die Unzufriedenheit mit der SPD im Besonderen gehen schließlich auch auf den Eindruck zurück, dass die Auseinandersetzung mit Lobbygruppen generell nicht mehr gesucht wird.
3. Deutliche Mehrausgaben im Bereich der Bildungspolitik, denn diese sind im Vergleich mit anderen OECD-Ländern viel zu niedrig. Bildung ist ein zentrales Thema sozialer Gerechtigkeit und für die Zukunft unseres Landes überaus wichtig.
4. Mehr Netto vom Brutto. Der Faktor Arbeit muss entlastet werden, andere Einkommen, beispielsweise Aktiengewinne oder Einnahmen aus Mieten müssen stärker berücksichtigt werden. Die Einführung der Bürgerversicherung ist hier nur ein Beispiel.
(17.05.2008)
Urabstimmung zum NRW-Ticket an der Uni WUppertal erfolgreich
Die Urabstimmung zum NRW-Ticket an der Bergischen Universität war erfolgreich. Das Ergebniss ist sehr deutlich: 83,36 % der 3972 Studierenden, die ihre Stimme bei der Urabstimmung abgegeben haben, votierten für die Einführung des NRW-weiten Semesterticket. Mehr zur Abstimmung und zum Ergebniss gibt es auf der Homepage der Juso-Hochschulgruppe.
Studiengebühren in Hessen – Rolle rückwärts?
(…) Studiengebühren abzulehnen, dieser Erkenntnis verweigert sich die deutsche Linke hartnäckig, hat mit sozialer Gerechtigkeit nichts zu tun. Das deutsche Hochschulsystem ist eines der selektivsten der Welt – der Filius eines Chefarztes nimmt mit viel größerer Wahrscheinlichkeit ein Studium auf als die Tochter einer Krankenschwester.
Nichtsdestoweniger finanziert die Krankenschwester mit ihren Steuern das Studium des Chefarztsohns. Gibt es keine Studiengebühren, bedeutet das, »den höheren Klassen ihre Erziehungskosten aus dem allgemeinen Steuersäckel bestreiten«. Wer das schrieb? Karl Marx! (…)
Dies ist ein Auszug aus einem Artikel auf Zeit Online.
wuppertaler-sp.de jetzt online

Die Homepage des Wuppertaler Schülerparlamentes ist ab sofort unter http://wuppertaler-sp.de/ erreichbar.
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