Bald im Kino: Rumba
Meinen letzten Trailer, beziehungsweise meinen letzten Film habe ich am 09.August geschrieben (talflimmern: Cassandras Traum). Dies ist lange her, daher folgt jetzt wieder was.
Gerade ist mir der Newsletter von X Verleih in mein E-Mailfach geflattert, und diese E-Mail enthielt einen Hinweis auf einen neuen Film: Rumba.
Fiona und Dom, beide Lehrer, sind ein Paar mit einer gemeinsamen Leidenschaft – Rumba tanzen. Auf dem Heimweg eines Tunieres haben die beiden einen Unfall. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips und verliert ein Bein, Dom hingegen verliert sein Gedächtnis (“Ich habe Sie schon einmal gesehen” – “Du bist mein Mann”) . Es folgen “ungewohnten Missgeschicke, kleinere und größere Katastrophen”. Schliesslich aber doch das Happy End.
Rumba wurde auf den Filmfestspielen 2008 in Cannes gezeigt. Er verspricht auch wegen seiner nähe zur Kleinkunst spannend zu werden – die “Leinwand wird so zur Bühne mit einem Mehr an Möglichkeiten als auf einer Theater- oder Kleinkunstbühne”. (Thomas Volkmann bei programmkino.de)
Der Film startet am 6. November. Ich bin gespannt!
Trailer geklaut von x-verleih.de. Und nicht vergessen: Newsletter bestellen.
talflimmern: Cassandras Traum
Der Aufschrei der kleinen aber feinen Fangemeinde Woody Allens war groß, als der Constantin Filmverleih ankündigte, „Cassandras Traum“ nicht in die Kinos zu bringen, sondern als DVD zu veröffentlichen. Im Open-Air Kino talflimmern lief der Film allerdings – und es war sehr gut. Der Film überzeugt sowohl mit guter Story als auch mit brillianten schauspielerischen Leistungen.
Die Brüder Ian und Terry leben im Süden von London. Sie kämpfen mit finanziellen Problemen, insbesondere Terry hat hohe Spielschulden. Beim Besuch ihres reichen Onkels Howard bitten sie ihn um Hilfe, woraufhin dieser sie mit der Beseitigung von Martin Burns, eines Geschäftspartners, der Onkel Howards ungesetzliche Geschäftspraktiken offen legen will, beauftragt. Die Brüder sind zunächst schockiert, willigen jedoch, vor allem durch Ians Initiative, bald ein, da sie keine andere Wahl sehen. Terry muss seine Schulden begleichen, während Ian Startkapital für den Schritt in die Selbständigkeit benötigt und seine Freundin, die Schauspielerin Angela, beeindrucken will.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Den Film kann ich nur empfehlen. Wie immer folgt an dieser Stelle natürlich noch der Trailer:
Noch besser ist allerdings Match Point (ebenfalls von Woody Allen):
talflimmern: Lenin kam nur bis Lüdenscheid
Am Donnerstag, den 31.07.08 läuft im Open-Air-Kino talflimmern an der Gathe der Film “Lenin kam nur bis Lüdenscheid”.
Andrè Schäfers ‘dokumentarischer Heimatfilm’ über eine ’68er-Kindheit in Solingen basiert auf dem gleichnamigen Buch von Richard David Precht, Jahrgang ’64, der mitten in der westdeutschen Provinz in einer aktiv sozialistischen Familie aufwuchs. Vietnamkrieg, SDAJ-Pfingstlager, Studentenunruhen, Coca-Cola-Verzicht, Deutscher Herbst, Friedensbewegung, Demos, Mauerfall: Autobiografisches wie Zeitgeschichtliches wird entschlossen subjektiv und ironisch reflektiert, nie aber der Lächerlichkeit preisgegeben.
Regisseur André Schäfer guckt mit und freut sich auf Gespräche mit dem Publikum Sämtliche Erlöse dieses Abends werden dem Projekt Das gesunde Kinderhaus der Alten Feuerwache zugeführt.
Weitere Links:
Interview mit Regisseur Andre Schäfer
Interview mit dem Autor Richard David Precht
Free Rainer – „Think!“
Was, frage ich mich, muss noch passieren, damit Deutschland endlich aufwacht?
Gestern haben wir in der Black Box in Düsseldorf „Free Rainer“ gesehen. Hans Weingartner, der Regisseur des Films, ist vor allem durch seinen Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ bekannt.
Der TV-Produzent Rainer ist einer der Macher des “Unterschichten-Fernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte. Die Shows erinnern doch sehr an bekannte Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder die Dschungelshow. Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
Mit “Free Rainer” wird mit dem Fernsehen nur der Platzhirsch in unserer Medienlandschaft aufgegriffen, doch zeigt dies beispielhaft das Problem der gesamten Medienkultur: die Diktatur der Zahl. Allerdings ist es nicht nur das Fernsehen, das von Quoten bestimmt wird, sondern auch das Radio, das Internet (Klickrate für Werbeeinblendungen) und die Printmedien (z.B. Auflagen der Zeitungen). Also unser ganzes Leben!
Mit „Free Rainer“ ruft Regisseur Hans Weingartner zum Nachdenken auf, nämlich darüber was wir konsumieren und was wir überhaupt konsumieren können. „Man zeigt den Leuten einfach so lange Dreck, bis sie nur noch Dreck sehen wollen“ sagt Rainer im Film. Hans Weingärtner ist pessimistisch: „Ich sehe keinen Grund zur Hoffnung, dass die Boulevardisierung der Massenmedien noch gestoppt werden kann“, doch bei der Vorstellung des Filmes bei einem Filmfestival in Toronto hält er seinen Zuschauern ein Pappschild entgegen, auf dem steht: „Think!“
Eigentlich endet der Artikel hier, doch ich möchte auf jedem Fall auf einen Artikel im Tagesspiegel verweisen muss. Darin äußert sich Regisseur Hans Weingärtner über die Unterschiede seiner beiden Filme „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Free Rainer“, über das Fernsehen (auch die öffentlich-rechtlichen Sender ) und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, und seine Erfahrung mit dem SWR.
Einen weiteren Beitrag zum Thema habe ich jetzt auf polylog.tv gefunden:
Berlin am Meer
Kritik zum Film auf engelszunge.info:
Twentysomethings in der Hauptstadt: Zwischen Döner und Electro erzählt Regisseur Wolfgang Eißler von Liebe, Ängsten und Lebenslust.
Tom (Robert Stadlober, „Crazy“) ist DJ und wohnt mit seinen Kumpels in einer WG, die dem dopeverqualmten Spaß frönt. Doch den jungen Grübler treibt es voran: Tom träumt von der Musikhochschule. Als er sich dann noch in die hübsche Mavie verliebt, heißt es dann endgültig: Spaß oder Liebe? Eißler bewegt sich leichthändig zwischen Lebensfreude und Zukunftsängsten seiner Figuren. Nur schade, dass er der glaubwürdig eingefangenen Lebensfreude gegen Ende haarsträubend tragische Wendungen verpassen muss. Ein Phänomen, das sich mittlerweile fast alle deutschen Coming-of-Age-Komödien zwanghaft aufgebürgt haben – vielleicht, um sich reflektiert zu geben. Alles kommt also etwas dick, aber ansonsten ist das ein Berlin-Film, der, ergänzt von netten, optischen Spielereien erfrischend von der jungen Sicht auf die Welt erzählt.
(Hartmut Ernst)
Trade – Wilkommen in Amerika
Ich habe gerade den Newsletter von Anmesty International bekommen, und eigentlich sollte ich jetzt Analysis lernen. Stattdessen habe ich mich kurzerhand entschlossen, diesen Artikel hier zu schreiben. Eines der Themen des Newsletters ist der Kinofilm „Trade – Wilkommen in Amerika“. Diesmal geht es nicht um die Politik des George W., sondern um ein viel ernsteres Thema: Jährlich geraten rund zwei Millionen Mädchen zwischen fünf und 18 Jahren in die Hände von Menschenhändlern. Die Profite belaufen sich auf 32 Milliarden US-Dollar jährlich.
„Trade – Wilkommen in Amerika“ erzählt die Geschichte der 13-jährigen Mexikanerin Adriana (Paulina Gaitan) und der jungen Polin Veronica (Alicja Bachleda), die von einem Menschenhändlerring entführt und als Sexsklavinnen von Mexiko in die USA geschmuggelt werden. Adrianas 17-jähriger Bruder Jorge (Cesar Ramos) und der texanische Versicherungspolizist Ray (Kevin Kline) riskieren alles, um den Menschenhändlern auf die Spur zu kommen.
Der Film von Marco Kreuzpainter und Roland Emmerich wird von Amnesty International, Unicef und vielen anderen Organisationen unterstützt. Ein Interview mit Roland Emmerich befindet gibt es auf den Seiten von Amnesty. Die Homepage zum Film ist www.trade-derfilm.de.
Aufklärung zum Thema Gewalt gegen Frauen gibt es hier:
http://www.amnesty.de/download/Flyer_FrauenhProstitution.pdf
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